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Aust abberufen - Chefredakteurs-Doppelspitze beim "Spiegel"

Die Ablösung von Stefan Aust als Chefredakteur des Spiegels ist offiziell. Der 61-Jährige sei mit sofortiger Wirkung abberufen und freigestellt, teilte der Verlag mit. Damit ist der Weg frei für die neue Doppelspitze mit Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo - der eine bisher Chefredakteur von Spiegel Online, der andere Leiter des Hauptstadtbüros in Berlin.

Zu der internen Lösung hatte sich der Verlag auf Betreiben der Mitarbeiter KG entschieden, nachdem die Suche nach einem externen Kandidaten erfolglos verlaufen war. Der Coup, den renommierten Fernsehjournalisten Claus Kleber vom ZDF abzuwerben, misslang. Der Korb, den der Chef des Heute Journals dem Hamburger Nachrichtenmagazins gab, schmerzte: Stell Dir vor, der Spiegel sucht einen Chefredakteur, und keiner geht hin.

So mir nichts, dir nichts will Stefan Aust aber auch nicht weggehen. Ein Gütetermin am 4. Februar vor dem Hamburger Arbeitsgericht scheiterte, nachdem Aust ein Abfindungsangebot, das aus Verlagssicht "bis an die wirtschaftlichen und moralischen Grenzen gegangen" sei (Hamburger Abendblatt), abgelehnt hatte. Einen Tag später musste er sein Büro räumen. Am 7. Mai sieht man sich wieder - vor Gericht. Es geht wohl um ein paar Millionen Euro.
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