Zitiert: Man nimmt den Deutschen Fernsehpreis nicht mehr an, sondern hin

"In diesem Jahr blieb es ruhig bei der Gala in Köln, dabei hätte es durchaus Grund zur Aufregung gegeben, denn die Art der komplett in die Belanglosigkeit strebenden RTL-Inszenierung, die Ludowigisierung von Inhalten sozusagen, entwertete manches auf ganz besondere Art.

Entsprechend zeigte auch kaum ein Preisträger Begeisterung. Man nimmt den Deutschen Fernsehpreis inzwischen nicht mehr an, man nimmt ihn hin. Man erträgt es, wenn Laudatoren wie Bettina Zimmermann oder Heiner Lauterbach derart monoton vom Teleprompter ablesen, dass Sprachroboter wie eine verlockende Alternative wirken; und es ist bezeichnend, wenn die besten Laudatoren Komiker sind. Dieter Nuhr und Oliver Pocher war es vorbehalten, ein bisschen Eckigkeit ins allzu Runde zu bringen. 'Das Fernsehen wird immer intelligenter - leider nur die Geräte', urteilte Nuhr."


Hans Hoff in der Süddeutschen Zeitung über die diesmal von RTL ausgerichtete Verleihung des Deutschen Fernsehpreises.
Zuletzt bearbeitet 04.10.2011 11:18 Uhr