"Die Beschattungsaffäre des Wochenblattes Bunte, das sich für das privateste Privatleben von Politikern wie Franz Müntefering oder Oskar Lafontaine interessierte und mit einer Berliner Agentur zusammenarbeitete, deren Mitarbeiter wie gewöhnliche schnüffelnde Privatdetektive agierten, hat eine Debatte über Klatschjournalismus und die Methoden von Paparazzi in Deutschland ausgelöst. Die Firma selbst hat am Freitag den Verdacht geäußert, es könnten in der Berichterstattung über ihre angeblichen Arbeitsmethoden möglicherweise gefälschte Dokumente im Umlauf sein.
Die Chefredaktion des Burda-Magazins redete zuvor von 'investigativem Journalismus', doch so oder so führt der Begriff, zumindest in diesem Zusammenhang, in die Irre. Das Wort stammt aus dem Angelsächsischen, und Themen, die beim investigativen Recherchieren aufgegriffen werden, müssen sich durch politische und gesellschaftliche Relevanz auszeichnen. Ist die Ewigkeitsfrage - 'wer auf wem?' - wirklich von Bedeutung für die Gesellschaft?"
Hans Leyendecker, oberster Investigator der Süddeutschen Zeitung, über deutsches Paparazzi-Tum.