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Handelsblatt, Financial Times Deutschland, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Was will Murdoch als "Premiere"-Aktionär anfangen?

Für 287 Milliarden Euro hat sich Rupert Murdoch "ratzfatz" (Financial Times Deutschland) einen Anteil von 14,58 Prozent am Bezahlsender Premiere unter den Nagel gerissen. Das Aktienpaket stammt vom Kabelbetreiber Unity Media, der Premiere die Bundesliga-Rechte abgejagt hatte, mit der Beute allein aber nicht glücklch wurde und im Februar 2007 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung selbst bei dem Konkurrenten einstieg.

Wird er nun also doch über Deutschland kommen, der berüchtigte Medien-Tycoon Murdoch? Keine Ahnung, die Medienseiten ergehen sich über diese Frage in heillosen Mutmaßungen. Während die Süddeutsche gehört hat, der Australo-Amerikaner wolle sich nicht mit 15 Prozent zufrieden geben (und das unter anderem mit Rachegelüsten Murdochs an Kirch-Manager Dieter Hahn erklärt), meldet die FAZ genau das Gegenteil. Quelle hier wie dort: "Branchenkreise" bzw. "die Branche".

Per Leitartikel ernennt die FTD Murdoch sogar vorauseilend zum Erlöser des Pay-TV ("Wenn überhaupt einer dieses Geschäft in Deutschland noch zum Erfolg führen kann, dann am ehesten Murdoch"). Die Erfahrung sagt allerdings, dass der gefürchtete Medienmogul in Deutschland bislang stets glücklos agierte. Sein letztes Engagement - ebenfalls bei Premiere - löste sich 2002 nach der Pleite des Partners Leo Kirch in 1,7 Milliarden Euro Abschreibungen auf.

Für sein Deutschland-Comeback schnappte der Medien-Hai diesmal ganz fix zu. Laut Handelsblatt gab es weder Verhandlungen noch eine Buchprüfung; Murdoch hatte es eilig, um dem französischen Bezahlsender Canal+ zuvorzukommen.
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