"Es gibt Zeiten im Leben in denen Innehalten, Reflektieren und das Suchen nach neuen Herausforderungen immer mehr an Bedeutungen gewinnen." Mit diesen Worten leitete Bernd Runge, Deutschland-Chef und Vice-President International von Conde Nast, seine Rücktrittserklärung ein. Selbst Stasi-Vorwürfe hatten den ehemaligen ADN-Korrespondenten, der vor elf Jahren bei dem Nobel-Verlag begann und dann als Auftsteiger der Verlagsbranche galt, nicht stoppen können.
In Russland startete Runge 1998 die dortige Ausgabe der Vogue, in Deutschland Glamour, GQ Style und Myself. Die Erfolgsgeschichten haben sich allerdings in den letzten Jahren etwas abgenutzt. Mit dem glanzlosen Launch der deutschen Vanity Fair schien Runge seinen magic touch verloren zu haben.
Trotzdem kommt die Rücktritts-Erklärung des 47-Jährigen wie aus heiterem Himmel. Nur Jonathan Newhouse, der Chef des Mutterhauses, will davon bereits "kürzlich" erfahren haben. Zum Abschied erklärte er jetzt in einer Pressemitteilung: "Es gebe niemanden, der Runge gleichkommt". Der Gelobte will nun erst einmal pausieren. Kurz vor Jahresende ist das die Urlaubsmeldung des Jahres.