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Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung

Skandal-Schädel in der "Bild"-Zeitung

Woher hat die Bild-Zeitung die Fotos von mit einem Totenschädel posierenden Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan, die sie just am Tage der Bundestags-Debatte über die Verlängerung des Anti-Terror-Einsatzes und der Vorlage des Bundeswehr-Weißbuches publizierte? Chefredakteur Kai Diekmann mag es der FAZ verständlicherweise nicht sagen ("Informantenschutz ist Journalistenpflicht, und daran halten wir uns selbstverständlich"). Es hat sich ja, wie Hans Leyendecker mokant in der Süddeutschen Zeitung notiert, nicht um Aufnahmen von Leserreportern gehandelt. Nein: "Ein altmodischer Informant soll mit den Fotos vorbeigekommen sein."

Während sich FAZ-Medienredakateur Michael Hanfeld über das "Bild des Bürgers in Uniform" sorgt, behandelt Leyendecker die Angelegenheit abgeklärt: Im Vergleich zu den Scheußlichkeiten, die US-Soldaten nach Hause schickten und ins Internet stellten, seien die Schädel-Motive doch "eher provinziell". Zudem verweist der SZ-Spezialist darauf, dass immer öfter gefälschte Fotos im Umlauf seien. Gerade Diekmann müsse noch in schlechter Erinnerung sein, dass es eine Weile dauerte, bis seine Redaktion gefälschte Tsunami-Fotos erkannt hatte.

Offenbar steht die Authetizität der Fotos aber außer Frage. Das Bundesverteidigungsmnisterium vermutete zuerst, dass der oder die benutzten Schädel von einem afghanischen Friedhof stammten. Bild selbst zitierte einen ungenannten Soldaten als Zeugen. Demnach stammten die Schädel aus einer Lehmgrube.
Zuletzt bearbeitet 27.10.2006 12:05 Uhr
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