"Der Spaß ist vorbei", titelt die
Berliner Zeitung heute in einer Geschichte über
RTL-Geschäftsführer Marc Conrad. Der Titel stimmt, die Story nicht mehr. Denn dass Conrad, der gerade noch mit Journalisten über die Zukunft des Senders plauderte,
"den Unterhaltungssender RTL politischer machen" will, ist Schnee von gestern: Nach nicht viel mehr als drei Monaten hat RTL die Ablösung des Luxemburgers verkündet. Der Spaß ist vorbei, und zwar plötzlich.
RTL war im vergangenen Jahr erstmals nach elf Jahren nicht Quoten-Primus im deutschen TV-Markt geworden. Conrad habe es nicht verstanden, das Programm neu auszurichten, heißt es im
Handelsblatt. Künftig werde sich der TV-Manager wieder um sein TV-Produktionsgeschäft kümmern, teilt der Sender mit.
Ein Ruhmesblatt für das Management ist dieses Ende nicht. RTL-Gesamtchef Gerhard Zeiler hatte Conrad an die Spitze des deutschen Senders gehoben. Vorerst muss der Österreicher in Personalunion wieder beide Spitzenjobs bekleiden, bei der
RTL Group und bei der deutschen Tochter.
Zum Sprungbrett könnte der Fall Conrads für
Vox-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt werden. Die 42-Jährige übernimmt nach Unternehmensangaben zusätzlich bei RTL die Direktionen Finanzen, Technik, Information und Medienpolitik, das Generalsekretariat und die Vermarktungsorganisation IP. Außerdem soll sie für die Beteiligungen der RTL Group an
n-tv und
Super RTL verantwortlich sein.