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Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Positive Vorverurteilung" in der Friedman-Berichterstattung

Eine Medien-Verschöwrung ist im Fall Friedman zugange. Aber nicht gegen den Politiker, Funktionär und Talkmaster, sondern gegen diejenigen, die Vorwürfe gegen ihn erheben, meint Michael Hanfeld, der darin ein "Lehrbeispiel an positiver Vorverurteilung" sieht. Der Frankfurter Rundschau und der Zeit wirft er "ressentimentgeladene Schelte der vermeintlichen Anti-Friedman-Agitation" vor. Selbst die Bild-Zeitung habe sich dem Vorurteil der Freunde Friedmans angepasst, als sie von Arthur Brauner bis Helmut Thoma Fürsprecher Friedmans zu Wort kommen ließ, die seine baldige Bildschirm-Rückkehr forderten. Überlesen hat Hanfeld allerdings einen Bild-Artikel zu Wochenbeginn, der ganz klar im Zeichen negativer Vorverurteilung stand. Neben einem Landesvorsitzenden der Jungen Union wurde dort ein italienischer Gastronom in Frankfurt zitiert, der sich darüber beschwerte, dass Friedman immer zwei Tische beanspruche, selbst wenn er nur Spaghetti bestelle. Das Zitat stammte übrigens, wie Bild korrekt angab, aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Zuletzt bearbeitet 21.06.2003 11:21 Uhr
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