"Newsday" findet 35 zahlende Online-Abonnenten

Im vergangenen Oktober hat das New Yorker Massenblatt Newsday Teile seiner Website hinter einer pay wall versteckt. Für einen Zugriff auf die meisten Inhalte jenseits der Homepage müssen Online-Nutzer seither fünf Dollar pro Woche zahlen. Offenbar ist die Bezahlmauer ein unüberwindliches Hindernis. Auf einer Redaktionskonferenz musste Verleger Terry Jimenez laut einem Bericht des Wochenblattes New York Observer einräumen, dass sich bislang für die Website nur 35 zahlende Abonnenten gefunden haben.

Zwar wird die schmale Nummer dadurch relativiert, dass der Kabel-Betreiber Cablevision, der Newsday im Sommer 2008 kaufte, seinen im Erscheinungsgebiet der Zeitung - vornehmlich im New Yorker Stadtteil Queens und auf Long Island - zahlreichen Fernsehkunden freien Zugang zur Website einräumt. Allerdings gingen die Zugriffszahlen auf die Website von 2,2 Millionen Besuchen im Oktober auf 1,5 Millionen im Dezember zurück. Ohnehin steht das Ergebnis in keinem Verhältnis zu den vier Millionen Dollar, die der Relaunch der Website kostete.

In Deutschland haben sich das Hamburger Abendblatt und die Berliner Morgenpost vor einem Monat an Paid Content gewagt. Die beiden Springer-Blätter sind insofern mit dem Newsday vergleichbar, als es sich dabei um Regionalblätter mit großstädtischem Einzugsgebiet handelt. Allerdings macht Springer nur regionale Inhalte kostenpflichtig.

Als Jimenez die Abonnenten-Zahl nannte, glaubten die Redakteure zunächst, sie hätten sich verhört. Auf Nachfrage soll der Verleger entgegnet haben: "Das sind 35 mehr, als ich gedacht hätte." Paid-Content-Advokaten dürfen nur hoffen, dass der Newsday und sein neues Management nicht typisch für die Branche sind.