Berliner Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Tagesanzeiger

NZZ am Sonntag startet mit "modernem Journalismus"

Knapp sechs Monate nach der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hatte am 17. März die NZZ am Sonntag mit einer Startauflage von 220.000 (mittelfristig 150.000) Premiere - ohne abzugucken. Optisch (Farbe, Blocksatz, fünf statt vier Spalten ) und inhaltlich (mehr Interviews, Geschichten und Kolumnen) unterscheidet man sich klar vom Mutterblatt, was die FAS allerdings auch tut. Das 50-köpfige Redaktionsteam wurde zu zwei Dritteln von außen besetzt; vor allem die Weltwoche erlitt einen personellen Aderlass. Geboten wird "moderner Journalismus, verbunden mit der NZZ-üblichen breiten Auslandsberichterstattung sowie jener hauseigenen Bedächtigkeit, die es für ratsam halten lässt, auch eine Nachricht vom Freitag auf Seite 1 zu heben" (SZ). Der Zürcher Tagesanzeiger, dessen Sonntagszeitung Hauptkonkurrent der NZZ am Sonntag sein dürfte, zitiert deren Chefredakteur Andreas Durisch: "Die Themen werden ganz anders umgesetzt als bei uns, wir sind immer noch schwungvoller". Bis zum Ende des Jahres wird die NZZ den Wettbewerb subventionieren, indem sie ihren Abonnenten die Sonntagsausgabe kostenlos liefert. Jeder dritte NZZ-Leser kaufte bisher mangels Alternative die Sonntagszeitung der Konkurrenz.
Zuletzt bearbeitet 18.03.2002 10:01 Uhr
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