Weder Aufsteiger noch Absteiger: Deutschland hat sich in der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auch in diesem Jahr auf dem 20. Platz gehalten. China, als Gastgeber der Olympischen Spiele 2008 im Fokus der Weltöffentlichkeit, belegt dagegen Rang 167 von 173 Ländern. Die Journalisten-Lobby registrierte dort "viele Verhaftungen" von Dissidenten und Journalisten wie Hu Jia. Andererseits sei es liberaleren Medien auch gelungen, ihre Handlungsspielräume "etwas zu erweitern".
"Frieden, nicht wirtschaftlicher Wohlstand, garantiert Pressefreiheit", heißt es bei ROG. Demokratische Staaten wie die USA und Isreal, die bewaffnete Konflikte austragen, sieht die Organisation weiter sehr kritisch. Kleine lateinamerikanische und karibische Staaten wie Jamaika (21.), Costa Rica (22.), Surinam (26.) und Trinidad und Tobago (27.) haben mehr Pressefreiheit als die USA, die nur den 36. Platz erreichen und außerhalb der eigenen Grenzen sogar nur Rang 119 liegen.
Israel stuft der Bericht auf den Plätzen 46 (Inland) und 149 (Ausland) ein: Zum ersten Mal seit 2003 sei ein palästinensischer Journalist durch Schüsse der israelischen Armee getötet worden. Georgien fiel durch den Konflikt mit Russland vom 66. auf den 120. Platz. In Russland selbst (141.) habe sich durch den Amtsantritt des neuen Präsidenten Dimitri Medwedjew kaum etwas verändert.
Ganz oben - ganz unten
Unter den Top 20 befinden sich neben Kanada und Neuseeland nur europäische Länder. Schlusslichter unter den EU-Ländern sind Frankreich (35.), Spanien (36.), Italien (44.) und Bulgarien (59.), wo Journalisten Übergriffe von politischer wie krimineller Seite fürchten müssten.
Weltspitze sind Island, Luxemburg und Norwegen, die sich Platz eins der Rangliste teilen. Am wenigsten Pressefreiheit gibt es in Vietnam, Kuba, Burma, Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea (Plätze 168 bis 173).