Vorgängerin Borchert, die es zum Spiegel zieht, war zwar mit ihrem auf Social Media und Minikamera-bestücktem Lokaljournalismus fokussierenden Konzept häufiger Gast bei New-Media-Konferenzen, aber die praktische Umsetzung war nicht so erfolgreich. Gegen den Düsseldorfer Konkurrenten RP Online blieben die Essener nur zweite Sieger. Zudem gab es in den Print-geprägten Redaktionen der Zeitungsgruppe viele Klagen über unbezahlte Mehrarbeit für den Online-Auftritt, während zur selben Zeit Stellen abgebaut wurden.
Dass sich daran unter Reitz etwas ändert, erwartet allerdings niemand. Der Zeitungs-Mann hat auf Wunsch der Geschäftsführung schon das Sparkonzept des gemeinsamen Content Desks für die WAZ-Blätter an Rhein und Ruhr euphorisch umgesetzt. Da ist die Eingliederung des Online-Auftrittes unter seine Ägide keine Überraschung, auch wenn sich in der Blogosphäre natürlich immer jemand findet, um der Reitz-Figur hinterherzurufen, keine Ahnung vom Internet zu haben.
An einer "Neustrukturierung des Geschäftsmodells" werde noch gearbeitet, lässt die WAZ-Gruppe nun wissen. Die Zeit der Experimente bei DerWesten.de scheint jedenfalls vorbei.