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Tageszeitung

Jahrestag des Mordes an Anna Politkowskaja

Am 7. Oktober 2006 wurde die russische Journalistin Anna Politkowskaja vor ihrer Wohnung in Moskau erschossen. Was hat sich seither getan? "Gäbe es nicht die oppositionelle Nowaja Gaseta und einige mutige Kollegen, der Fall wäre längst zu den Akten gelegt worden", schreibt Moskau-Korrespondent Klaus Helge-Donath in der Tageszeitung. Für einen Gedenkmarsch an ihrem Todestag genehmigten die Behörden maximal 500 Teilnehmer.

Auch nach einem Jahr ist der Mord nicht aufgeklärt. Zwar meldete die Generalstaatsanwaltschaft im vergangenen August die Festnahme von zehn Verdächtigen; im September wurde dann vor Gericht Anklage einen weiteren mutmaßlichen Beteiligten - Schamil Burajew, ehemaliger Chef des tschetschenischen Regierungsbezirks Atschkoi-Martan - erhoben.

Doch befürchten die Kollegen der Verstorbenen, die sich durch ihre kritische Tschetschenien-Berichterstattung Feinde auf allen Seiten gemacht hatte, dass die Ermittlungen bewusst in die falsche Richtung gelenkt werden: Die wahren Hintermänner sollen gar nicht ans Licht kommen. "Eins haben die Ermittlungen immerhin erbracht: die beunruhigende Erkenntnis, wie eng Unterwelt und Sicherheitsorgane miteinander verzahnt sind", resümiert die taz.
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