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Süddeutsche Zeitung

Herrenlos geht es der Berliner Zeitung gut

Der Berliner Zeitung hat keinen Eigentümer, und das bekommt ihr gar nicht schlecht. Zum ersten Mal seit Jahren verzeichnete die von Gruner+Jahr an Holtzbrinck verkaufte, aber wegen der Kartellamts-Untersagung besitzerlose Zeitung gegen den Branchentrend wieder einen Anstieg der Auflage, und der Verlag machte nach einer "Brachialsanierung" im vergangenen Jahr einen einstelligen Millionengewinn. Redaktion und Geschäftsführung hoffen nun auf eine Ministererlaubnis für Holtzbrinck. Der Verdacht, der Stuttgarter Konzern könne in Zukunft den Markt in Ost und West aufteilen, ist - so legt es das wohlwollende Stimmungsbild in der Süddeutschen nahe - 13 Jahre nach der Vereinigung absurd. Außerdem habe Chefredakteur Uwe Vorkötter an der Spitze der Stuttgarter Zeitung "Erfahrungen sammeln können, wie es ist, wenn die zwei großen Blätter einer Stadt aus demselben Verlag kommen". Gegen eine Scheinkonkurrenz von Tagesspiegel und Berliner Zeitung spreche schon das journalistische Selbstverständnis. Disclaimer: Die Stuttgarter Zeitung erscheint in der Südwestdeutschen Medien Holding, die wiederum sechster Gesellschafter der Süddeutschen Zeitung ist, in der dieser Artikel erschien.
Zuletzt bearbeitet 22.04.2003 12:08 Uhr
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