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Tagesspiegel

Die Zeitungskrise im europäischen Ausland

In der Schweiz entlässt nun auch die Neue Zürcher Zeitung, deren Online-Ausgabe nur Verluste machen soll, Mitarbeiter und baut Korrespondentenstellen ab. Branchenweit beträgt der Anzeigenrückgang bei den Eidgenossen im Vergleich zum Vorjahr 15 Prozent. Auflagen und Anzeigen gehen auch in den Niederlanden zurück: Marktführer Telegraaf büßte 2001 16 Prozent bei den Anzeigen ein. Nur Gratisblätter können zulegen. In England werden die seriösen "Broadsheets" nach einem jahrelangen Preiskrieg wieder teurer; dafür gehen die "Tabloids, deren Auflagen derzeit leicht sinken, auf Dumpingkurs. Von der schwersten Anzeigenkrise seit den Siebzigern ist die Rede. Umso überraschender, dass eine neue Sonntagszeitung (der Sunday Star des britischen Porno-Verlegers Richard Desmond) auf dem Boulevard an Auflage 17 Prozent zulegen kann. Nur bis Italien ist die Zeitungskrise nicht gekommen. Die Verlage können es sich leisten, mit zusätzlichen Beilagen um die Gunst des Publikums zu buhlen. Kein Wunder. Der Stiefel gilt als klassisches Zeitungsland. Viele Italiener lesen gleich zwei Zeitungen, eine Sport- und eine normale Tageszeitung.
Zuletzt bearbeitet 27.10.2002 13:20 Uhr
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