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Berliner Zeitung

Datenschutz? Journalisten werden für WM und Papstbesuch durchleuchtet

Beim Besuch von Papst Benedikt in Bayern werden nach Auskunft des Bundeskriminalamtes ähnlich aufwändige Sicherheitsüberprüfungen für Journalisten stattfinden wie bei der Fußball-WM. Dort konnte etwa ein laufendes oder gar bereits abgeschlossenes Ermittlungsverfahren zu einer "negativen Empfehlung" von LKA oder BKA führen. Auch ein Abgleich mit dem "Nachrichtendienstlichen Informationssystem" fand statt. Ohne sauberes polizeiliches Führungszeugnis gab es ohnehin keine Akkreditierung.

Während sich diese Richtlinien in den "Datenschutzinformationen" der FIFA finden, will das bayerische LKA unter Verweis auf eben jenen Datenschutz gar nicht preisgeben, welche Informationen zur "Zuverlässigkeitsprüfung" für den Papst-Besuch herangezogen werden. Der Bayerische Journalisten-Verband bemängelt deshalb eine schleichende Einführung bürokratisch aufwändiger Überprüfungen für immer mehr Großveranstaltungen, die noch dazu nicht im geringsten transparent sei. Ein Journalist, der abgelehnt wird, erfährt noch nicht einmal die Gründe für den negativen Bescheid.
Zuletzt bearbeitet 19.06.2006 11:04 Uhr
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