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Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bundesregierung und Holtzbrinck haben alles abgesprochen

Die Entscheidung für eine Ministererlaubnis für Holtzbrincks Übernahme der Berliner Zeitung ist schon gefallen, glaubt die FAZ und schreibt von einem "D-day" für die deutsche Presselandschaft, weil die Bundesregierung "einer Zeitung, von der sie auffallend freundlich behandelt wird, das vermeintliche Überleben sichert und dafür eine andere, die ihr viel weniger wohlgesonnen ist, in den Regen stellt". Die eine Zeitung soll wohl der Tagesspiegel sein, die andere Die Welt, deren Schließung Springer-Chef Döpfner angedroht hat. Als Beleg wird aus einem Schreiben von Kulturstaatsministerin Christina Weiss vom 10. April zitiert: Die Ministererlaubnis sei "trotz der damit verbundenen erheblichen Beeinträchtigungen des wirtschaftlichen Wettbewerbs auf den Berliner Zeitungsmarkt" geboten, "um den publizistischen Wettbewerb in Berlin ... zu erhalten und zu fördern". Weil Bundesregierung und Holtzbrinck die "seltsame Stiftungslösung" für den Tagesspiegel "offenbar gemeinsam erfunden" haben, hat Autor Michael Hanfeld Bedenken, ob sich am 22. April das Kommen für die Vertreter anderer Verlage zum Termin im Wirtschaftsmihnisterium überhaupt noch lohne.
Zuletzt bearbeitet 20.04.2003 23:22 Uhr
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