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Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bilden die Journalistenschulen marktgerecht aus?

Die Qualität der Journalistenschulen "könnte sich fortan nicht mehr allein an der Güte der Ausbildung bemessen, sondern auch daran, wie erfolgreich sie sich um die eigenen Absolventen bemühen". Würde diese These zutreffen, dann hätten, daran lässt Alexander Bartl in seinem Artikel keinen Zweifel, renommierte Institute wie die Henri-Nannen-Schule oder die Deutsche Journalistenschule in München einen schweren Stand. Gute Anstellungschancen bietet demnach allein die Journalistenschule Axel Springer: Dort wird streng nach den Erfordernissen des Verlages ausgebildet - weil neuerdings Graphiker und Blattdesigner gebraucht werden, hat die Springer-Schule eine neue Fachrichtung eingeführt. 75 Prozent der Abgänger werden auch in Zeiten der Medienkrise im eigenen Haus untergebracht. Das schaffte Gruner&Jahr mit 17 Henri-Nannen-Absolventen nicht, die sich - nach einem angeblich unattraktiven Angebot des Verlages - in dem Projekt Plan 17 selbständig machten. Bei der DJS hätten immerhin neun der 15 Absolventen des vorigen Sommers eine feste oder zumindest feste-freie Anstellung vornehmlich beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk gefunden, schreibt Bartl, nicht ohne die Haltung des Schulleiters Ulrich Brenner ("Marktgesichtspunkte haben wir gar nicht im Auge") als Luxus aus besseren Zeiten zu kennzeichnen.
Zuletzt bearbeitet 18.09.2003 22:14 Uhr
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