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Tageszeitung:
taz verabschiedet Bascha Mika

Auf nicht weniger als drei Seiten ihrer Samstags-Ausgabe zelebriert die taz den anstehenden Wechsel an ihrer Redaktionsspitze und beweist dabei, dass sie - allen Mainstream-Vorhaltungen zum Trotz - immer noch die Alte ist: Eine große Zeitungs-WG auf der Suche nach der Harmonie im Nachrichten-Chaos.

Da bekommt die scheidende Bascha Mika gebührende Würdigungen ihrer Vorgänger und darf sich in einem doppelseitigen Interview darüber verbreiten, was das Leben für taz-ChefredakteurInnen im Allgemeinen ("Es gibt ein frei flottierendes Bedürfnis in der Redaktion nach autoritären, aber unverbindlichen Gesten") und für sie, Mika, im Besonderen ("Frauen haben sehr viel mehr Probleme mit weiblichen Führungskräften als Männer") so schwer macht.

Auf der dritten Seite wird auch noch Mika-Stellvertreter Peter Unfried als "Günter Netzer der taz" von Geschäftsführer Karl-Heinz "Kalle" Ruch verabschiedet. Da bleibt für die neue Chefredakteurin Ines Pohl wenig Platz, um ihr verunglücktes Einstands-Interview von letzter Woche zu interpretieren. Die taz müsse aufpassen, nichts zu verschlafen, deutliche Positionen einnehmen und wieder die Machtfrage stellen, hatte Pohl via Spiegel gefordert - und dafür nicht gerade Begeisterung bei ihren künftigen Kollegen geerntet.

Im eigenen Blatt errklärt Pohl nun, es verstehe sich von selbst, dass die taz nicht zum "verbissenen Kampfblatt" werden dürfe. "Damit die taz all das bleiben kann, was sie ist, darf es keinen Stillstand geben." Schön, dass wir darüber geredet haben!
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