Zeitschriften-Pleite des Jahres: Conde Nast schließt "Jahrmarkt der Eitelkeiten"

Das Jahr 2009 ist zwar erst acht Wochen alt, aber die Zeitschriften-Pleite des Jahres ist schon perfekt. Völlig überraschend kündigte Conde Nast das Aus für die seit zwei Jahren erscheinende deutsche Ausgabe seines journalistischen Prestigeobjektes Vanity Fair an. Dabei hatte Verlagschef Jonathan Newhouse noch nach dem seltsamen Abgang seines Deutschland-Statthalters Bernd Runge vollmundig eine Bestands-Garantie für das Magazin und seine wöchentliche Erscheinungsweise gegeben.

"Ich kann nur sagen: Es gibt eine Zeit, zu kämpfen und eine Zeit, sich zurückzuziehen", sagte Newhouse nun der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Offenbar war dieser "Jahrmarkt der Eitelkeiten" selbst für einen Nobel-Verlag wie Conde Nast in der Finanzkrise nicht mehr tragbar, zumal die verkaufte Auflage im vierten Quartal unter 200 Millionen Exemplare gesunken war.

Gründungs-Chefredakteur Ulf Poschardt hatte schon vor einem Jahr das Segel gestrichen. Inhaltlich reichte sein Magazin nicht einmal entfernt an die Klasse des US-Vorbildes heran. Deshalb fällt der Abschied von der deutschen Vanity Fair leicht, auch wenn er für den Verlag einen Gesichtsverlust bedeutet und für die 90 Mitarbeiter Entlassungen nicht ausgeschlossen wurden. Die letzte Ausgabe ist heute erschienen.