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Berliner Zeitung, Süddeutsche Zeitung:
Wolfgang Kundrun schaut auf 40 Jahre Gruner+Jahr

So kann es gehen: Am selben Tag, an dem die Berliner Zeitung den scheidenden Gruner+Jahr-Vorstand und Frankreich-Statthalter Axel Ganz als "charmanten Kämpfer" porträtiert, bringt die Süddeutsche Zeitung ein Interview mit Vorstandschef Bernd Kundrun, in dem der Name Ganz gar nicht fällt - dafür aber die Nannens, Jahrs und Mohns ausführlich vorkommen.

Schließlich ist die Gründung von Deutschlands umsatzstärkstem Verlagshaus vor 40 Jahren, am 30. Juni 1965, unter einem Apfelbaum im Garten der Hamburger Villa John Jahrs besiegelt worden. Nach dem Ausscheiden der Mitgründer Gruner und Bucerius ist zwar Bertelsmann der Haupteigentümer, doch Kundrun sieht sein Haus "in dem Drang, inhaltliche Unabhängigkeit zu behaupten" prägend auch für den Gütersloher Weltkonzern.

Als größten Flop der Verlagsgeschichte bezeichnet Kundrun die Hitler-Tagebücher, als größten persönlichen Flop den Kauf des US-Wirtschaftstitels Fast Company im Jahr 2000 für insgesamt 375 Millionen Dollar. Danach ging die Wirtschaft bergab. Inzwischen hat sich G+J aus den USA verabschieden müssen. "Beide großen Flops passierten in der Phase eines Übergangs an der Spitze des Verlagshauses. In einer solchen Zeit gibt es starke Motivationen: Der Scheidende will noch seine Lebensleistung krönen, der Neue sich sofort profilieren."

In Schutz nimmt Kundrun die Neuerscheinung Park Avenue: "Es war eine wunderbar polarisierende Testausgabe. Die Ergebnisse der Markttests waren besser, als man nach dem Lesen einiger Feuilletons glauben konnte. Park Avenue macht mich neugierig, wenn auch noch nicht glücklich. Dafür werden die Kollegen sorgen."
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Zuletzt bearbeitet 30.06.2005 13:48 Uhr