Anfang vergangener Woche sorgte eine Online-Meldung der Tageszeitung
Sun Sentinel aus Florida für einen Aktien-Crash der US-amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines. Dabei war die Nachricht, die Airline müsse Konkurs anmelden, bereits sechs Jahre alt. Sie war jedoch - mangels Datumsangabe - vom automatisierten Nachrichten-Aggregator
Google News für neu gehalten worden.
Thomas Schuler beschreibt in der
Süddeutschen Zeitung diesen Fall, von dem Suchmaschinen-Experten wahrscheinlich sagen würden: Klar, das kann passieren. Für den Journalisten Schuler liegt das Problem woanders. Darin,
"dass dies keine der üblichen Diskussionen um gefälschte Meldungen oder menschliches Versagen ist. Es gibt ein neues Problem: Journalismus ohne Journalisten. Kann das gut gehen?"
Offenbar kann das ziemlich schiefgehen, wie man an diesem Fall sieht. Doch halt, da war ja doch ein Journalist: Ein
"Mitarbeiter" (schreibt Schuler etwas ominös) des Finanzdienstes
Bloomberg habe auf Google News die Meldung entdeckt und sie in einen Newsletter über in Konkurs gegangene Firmen aufgenommen. Die automatisierte News-Maschine Google, die sich die Redaktion spart, ist also nur ein Teil des Skandals. Der andere sind Journalisten oder Mitarbeiter, die googeln mit recherchieren verwechseln.