Süddeutsche Zeitung:
Wie Google News eine Fluggesellschaft bankrott erklärte
Presseschau | 17.09.2008
Anfang vergangener Woche sorgte eine Online-Meldung der Tageszeitung Sun Sentinel aus Florida für einen Aktien-Crash der US-amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines. Dabei war die Nachricht, die Airline müsse Konkurs anmelden, bereits sechs Jahre alt. Sie war jedoch - mangels Datumsangabe - vom automatisierten Nachrichten-Aggregator Google News für neu gehalten worden.
Thomas Schuler beschreibt in der Süddeutschen Zeitung diesen Fall, von dem Suchmaschinen-Experten wahrscheinlich sagen würden: Klar, das kann passieren. Für den Journalisten Schuler liegt das Problem woanders. Darin, "dass dies keine der üblichen Diskussionen um gefälschte Meldungen oder menschliches Versagen ist. Es gibt ein neues Problem: Journalismus ohne Journalisten. Kann das gut gehen?"
Offenbar kann das ziemlich schiefgehen, wie man an diesem Fall sieht. Doch halt, da war ja doch ein Journalist: Ein "Mitarbeiter" (schreibt Schuler etwas ominös) des Finanzdienstes Bloomberg habe auf Google News die Meldung entdeckt und sie in einen Newsletter über in Konkurs gegangene Firmen aufgenommen. Die automatisierte News-Maschine Google, die sich die Redaktion spart, ist also nur ein Teil des Skandals. Der andere sind Journalisten oder Mitarbeiter, die googeln mit recherchieren verwechseln.
Thomas Schuler beschreibt in der Süddeutschen Zeitung diesen Fall, von dem Suchmaschinen-Experten wahrscheinlich sagen würden: Klar, das kann passieren. Für den Journalisten Schuler liegt das Problem woanders. Darin, "dass dies keine der üblichen Diskussionen um gefälschte Meldungen oder menschliches Versagen ist. Es gibt ein neues Problem: Journalismus ohne Journalisten. Kann das gut gehen?"
Offenbar kann das ziemlich schiefgehen, wie man an diesem Fall sieht. Doch halt, da war ja doch ein Journalist: Ein "Mitarbeiter" (schreibt Schuler etwas ominös) des Finanzdienstes Bloomberg habe auf Google News die Meldung entdeckt und sie in einen Newsletter über in Konkurs gegangene Firmen aufgenommen. Die automatisierte News-Maschine Google, die sich die Redaktion spart, ist also nur ein Teil des Skandals. Der andere sind Journalisten oder Mitarbeiter, die googeln mit recherchieren verwechseln.
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17.09.2008 | Süddeutsche Zeitung
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