Seit Anfang des Jahres kommen die Titel der
WAZ-Gruppe ohne
dpa aus. Mit der Kündigung spart der Essener Regionalzeitungs-Konzern jährlich zwei Millionen Euro.
"Die 'dpa'-Leistungen hätten einen finanziellen Gegenwert von ungefähr 25 eigenen Stellen", sagt Geschäftsführer Bodo Hombach im Interview des
NDR-Medienmagazins
Zapp, und
WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz, der zur Probe schon im Dezember auf die größte deutsche Nachrichtenagentur verzichtete, bekundet, Qualitätsjournalismus sei auch ohne dpa möglich.
Der Mainzer Publizistik-Professor
Jürgen Wilke, von
Zapp als
"der" Experte für Nachrichtenagenturen eingeführt, glaubt das nicht. Die anderen Agenturen - die WAZ nutzt noch
ddp,
Reuters und
AFP - seien vom Angebot her komplementär ausgerichtet und könnten das dpa-Angebot nicht ersetzen. Die Kündigung nennt Wilke
"unsolidarisch", weil die genossenschaftlich organisierte Agentur durch den millionenschweren Ausfall geschwächt werde. Anders als AFP, die zu 40 Prozent vom französischen Staat finanziert wird, ist dpa unabhängig von Subventionen.
Peinlich an dem
Zapp-Bericht wirkt, wie sich der Essener Vorzeige-Journalist Reitz beim Thema Inhalteklau aus dem Internet um Kopf und Kragen redet. Offenbar vertraut der WAZ-Chef darauf, dass seine Leute im Web die dpa-Meldungen für lau auflesen und dann einfach umschreiben. Ganz schön billig.