Vorsicht beim Spielen im Freien:
Zeckeninfektionen treten oft sehr spät zu Tage
Pressemitteilung | 16.07.2010 10:32 Uhr
Blankenburg, 16. Juli 2010. Die Eltern hatten mit dem Kleinstkind auf einer Parkbank gesessen – und dort war es bei dem Säugling zu einem Zeckenstich gekommen. Nach dem Entfernen dieses Spinnentiers konnten in der Zecke borrelienspezifische DNA nachgewiesen werden. Eine Situation, wie sie in diesem wie in vorangegangenen Sommern nicht selten ist.
Gerade Kleinkinder und Heranwachsende bemerken bei temperamentvollem Spiel und Sport einen Zeckenstich oft nicht. Deshalb sollte es die erste Vorsichtsmaßnahme sein, nach einem im Freien verbrachten unbeschwerten Ferientag den Körper des Kindes etwa beim abendlichen Duschen genau nach Zecken abzusuchen und diese vorsichtig mit einer Zeckenpinzette, die in der Apotheke erhältlich ist, zu entfernen. Wenn sich das als schwierig herausstellt, ist u. U. ein kinderärztlicher Notdienst aufzusuchen. Entstehen an der Einstichstelle Hautrötungen, ist der Arztbesuch unbedingt erforderlich, damit eine entsprechende Abklärung erfolgen kann.
In den letzten Jahren begegnen Haus- und Kinderärzte zunehmend den Folgen von Borrelioseinfektionen schon bei Kleinstkindern. Ein unbemerkt gebliebener Zeckenstich macht oft erst nach Wochen, Monaten oder sogar Jahren Probleme, wenn sich die Erreger in verschiedenen Zellen, Geweben oder Organen ausgebreitet haben. Die Symptome reichen dabei u. a. von Gliederschmerzen über Fieberschübe, Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellungen bis zu schneller Ermüdbarkeit, Konzentrationsschwäche und abrupten Störungen im Verhalten.
Die Berliner Kinderärztin Dr. med. Barbara Weitkus, spezialisiert auf durch Zecken übertragene Erkrankungen, rät deshalb, nicht nur im Frühstadium erkannte Borreliosen konsequent mit Antibiotika zu behandeln, sondern vor allem bei den genannten Symptomen auch ohne erkennbaren Bezug zu einem Zeckenstich eine umfassende Borreliose-Diagnostik einzuleiten. Die hierzulande übliche Stufendiagnostik, so die Expertin, reiche dafür aber nicht aus.
Dr. med. Nicole Brockhorst, Fachärztin für Kinderheilkunde und am Borreliose Centrum Augsburg, der Partnerklinik des Borreliose Centrums Blankenburg, tätig, verweist darauf, dass bei den Tests nicht in jedem Fall ein Anstieg der Antikörper feststellbar ist, was den Nachweis einer chronischen Borreliose erschwere – mit z. T. schweren Folgen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen.
Kinder wie auch Erwachsene mit einer chronischen Borreliose müssen ausreichend lange mit Antibiotika behandelt werden. Ein individuell auf den Patienten zugeschnittenes therapeutisches Konzept umfasst eine Begleitmedikation ebenso wie gesundheitsfördernde, das Immunsystem unterstützende Maßnahmen. Die Therapie muss dann so lange durchgeführt werden, bis alle Symptome abgeklungen sind.
Das Borreliose Centrum Blankenburg (BCB) – www.b-c-bl.de – ist ein spezialisiertes und ganzheitlich ausgerichtetes, medizinisches Versorgungszentrum mit dem Schwerpunkt der Diagnostik und Therapie von durch Zecken übertragenen Erkrankungen. Nach dem Vorbild und den Standards des Borreliose Centrum Augsburg – www.b-c-a.de – bietet es Patienten in der Gesundheits- und Erholungsregion Harz, im gesamten nördlichen Raum Deutschlands sowie darüber hinaus eine umfassende und ganzheitliche Betreuung und steht Ärztinnen und Ärzten zur Information zur Verfügung.
Medien richten ihre Anfragen und Wünsche zum Stichwort BCB bitte an: Contentic Media Berlin, Tel. 030 28 38 50 03, borreliose@contentic.de
Alle Pressemeldungen und Fotos aus dem BCB auf:
http://www.mediencity.de/Borreliose-Centrum-Blankenburg.0.11032.1.html
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