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Vom Regen in die Traufe: N24-Verkauf ans Management und Stefan Aust?

Und ist das Wetter noch so schlecht, auf der Riesen-Baustelle namens ProSiebenSat.1 wird tapfer weiter umstrukturiert und abgebaut. Schon am 1. Februar darf Sat.1-Polier Guido Bolton, der erst im Dezember 2008 angetreten war und den Senderumzug von Berlin nach München leiten musste, wieder gehen; mit den Engagements von Johannes B. Kerner und Oliver Pocher war er nicht besonders erfolgreich. Boltens Job übernimmt bis auf Weiteres sein Vorarbeiter Andreas Bartl.

Die Unternehmens-Leitung verkauft diese Personalie in einer Pressemitteilung mit der Überschrift "German Free TV Holding stärkt Programmbereiche": Nach der "Zusammenlegung nahezu aller Bereiche" werden nun auch Unterhaltung (unter Leitung von Jobst Benthues) und Information (Katja Hofem-Best) zentralisiert. Das sind die Verlautbarungen, über die sich Aktionäre freuen.

Wesentlich aufregender klingt da die Nachricht vom bevorstehenden TV-Comeback des Spiegel- und Spiegel-TV-Chefs Stefan Aust beim Nachrichtensender N24 - noch so eine Baustelle in der von Finanzinvestoren übernommenen einstigen Kirch-Investitionsruine. N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann möchte zusammen mit Aust und dessen Kompagnon Thorsten Pollfuß den Sender per Management-Buyout in Eigenregie weiterführen. Entschieden ist aber noch nichts.

Günstiger extern einkaufen
Fest steht nur, dass ProSiebenSat.1-Bauleiter Thomas Ebeling die Nachrichten zwar nicht lieb, aber viel zu teuer sind; dummerweise braucht er sie für seine Vollprogramme - N24 ist zentraler Nachrichten-Lieferant der Gruppe. Ebeling glaubt, dass man die News-Ware günstiger extern einkaufen kann, als sie selbst zu produzieren. Bei einem Verkauf von N24 wäre ein "mehrjähriger Liefervertrag für Nachrichten für unsere Free-TV-Sender" denkbar, verriet er der FAZ.

Der Sender käme dann allerdings vom Regen in die Traufe: "Je nachdem, wie groß der Betrag künftig noch sein wird, muss N24 restrukturiert werden", sagte Kaufinteressent Rossman dem Tagesspiegel. Darin bestehe die "Herausforderung". Auf dem Bau weiß man: Es geht immer noch billiger.
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