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Berliner Zeitung:
"Verboten ist es nicht"

Ralph Kotsch kommentiert in der Berliner Zeitung die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer:

"Es gibt einen weiteren wesentlichen Unterschied zu Bertelsmann. Die publizistische und ökonomische Stärke des Konzerns aus Gütersloh wird in der Gesellschaft weitgehend toleriert. Anders bei Springer. Der Verlag, der die polarisierende Bild-Zeitung herausgibt, steht in Sachen Meinungsmacht viel stärker in der Öffentlichkeit - und sofort unter dem Generalverdacht, diese Macht zu missbrauchen. Gewerkschaften, Journalistenverbände, SPD, Bündnis90/Grüne und PDS lieferten am Freitag entsprechende Statements, kaum dass Springer den Kauf der Senderfamilie bekannt gegeben hatte.

Tatsächlich handelt es sich um einen Zuwachs an konservativer Meinungsmacht. Das mag einigen nicht gefallen, verboten ist es nicht. Nach ersten Einschätzungen gibt es gegen den Deal weder medienrechtliche noch kartellrechtliche Einwände, zumindest keine grundsätzlichen. Einerseits.

Andererseits lieferte der Springer-Verlag in der Vergangenheit immer Anlass für Bedenken. Nicht selten wird die Berichterstattung den Interessen des eigenen Hauses untergeordnet, oft werden Kampagnen gefahren, gern auch in mehreren Blättern gleichzeitig."
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Zuletzt bearbeitet 06.08.2005 11:41 Uhr