Trumpfkarte in der Apotheke:
Die kompetente Beratung
Pressemitteilung
| 12.07.2010
Die Frankfurter Apothekerin Erika Fink ist seit dem vergangenen Jahr Präsidentin der Bundesapothekerkammer. Wir sprachen mit ihr.
In den mehr als 21 000 deutschen Apotheken sind rund 88 Prozent der Beschäftigten weiblich. Eine „Feminisierung“ des Apothekerberufes, wie man sie schon aus dem ärztlichen Bereich beschreibt?
E. Fink: Für die Situation in den Apotheken ist das nichts Neues, hier wurden schon immer viele Frauen beschäftigt. Bei den Apothekern, die ein vierjähriges Hochschulstudium absolviert haben, sind bereits zwei Drittel weiblich, und wenn man sich die Zusammensetzung der Studierenden anschaut, so wächst der Anteil der Frauen weiter. Die Arbeit in der Apotheke kommt den Wünschen vieler Frauen entgegen. Hier lassen sich heilberufliche Tätigkeit und Kommunikation mit Patientinnen und Patienten verbinden. Hinzu kommt, dass sich mit der Arbeit in einer Apotheke Wohnortnähe und familienfreundliche Arbeitszeiten gut organisieren lassen.
Sie haben die Kommunikation in der Apotheke genannt: Um diese Beratungstätigkeit wird immer wieder kontrovers diskutiert...
E. Fink: Lassen Sie uns zunächst feststellen: Eine sehr große Zahl der Apothekenkunden ist zufrieden mit ihrer Apotheke vor Ort und deren Beratung! Ganz aktuell liegt uns eine repräsentative infas-Studie im Auftrag des Deutschen Apothekerverbandes vor, die das zum wiederholten Mal gezeigt hat. Dabei stellte sich heraus, dass die Käufer rezeptfreier Arzneimittel, die in ihrer Apotheke bewusst eine intensive Beratung einfordern, mit der Beratung besonders zufrieden sind. Das lässt mich unsere ApothekenkundInnen bestärken: Fragen Sie nach, wenn Sie mehr z. B. über Nebenwirkungen oder Interaktionen wissen wollen!
Ich weiß aus meiner eigenen Tätigkeit als Referentin bei Fortbildungsveranstaltungen, dass viele Apothekerinnen und Apotheker die zahlreichen Seminare nutzen, die gerade die Beratung der Kunden zum Gegenstand haben. Hier werden z. B. auch Fragestrategien entwickelt, um die Situation des jeweiligen Kunden gut einschätzen und ihn optimal beraten zu können.
Warum dann immer wieder die Kritik der Medien zur Beratungsqualität?
E. Fink: Aus meiner Sicht sage ich dazu: Es handelt sich hier um Testkäufe, die keinen echten Beratungsbedarf erkennen lassen. Und es gibt vielleicht noch einen anderen Aspekt. Der wirtschaftliche Druck in unserem Gesundheitssystem bewirkt mitunter, dass eine Beratungszeit für den einzelnen Kunden einfach nicht da ist. Das kennen wir ja auch aus der Arztpraxis. Das ist sicher ein gesellschaftliches Problem, das zu diskutieren ist. Unsere KundInnen können sicher sein, dass wir uns dieses Problems ernsthaft annehmen. Die kompetente Beratung ist es, die Menschen zur Apotheke führt und sie ihre Medikamente nicht im Internet bestellen lässt – und diesen Trumpf sollten wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen.
In den mehr als 21 000 deutschen Apotheken sind rund 88 Prozent der Beschäftigten weiblich. Eine „Feminisierung“ des Apothekerberufes, wie man sie schon aus dem ärztlichen Bereich beschreibt?
E. Fink: Für die Situation in den Apotheken ist das nichts Neues, hier wurden schon immer viele Frauen beschäftigt. Bei den Apothekern, die ein vierjähriges Hochschulstudium absolviert haben, sind bereits zwei Drittel weiblich, und wenn man sich die Zusammensetzung der Studierenden anschaut, so wächst der Anteil der Frauen weiter. Die Arbeit in der Apotheke kommt den Wünschen vieler Frauen entgegen. Hier lassen sich heilberufliche Tätigkeit und Kommunikation mit Patientinnen und Patienten verbinden. Hinzu kommt, dass sich mit der Arbeit in einer Apotheke Wohnortnähe und familienfreundliche Arbeitszeiten gut organisieren lassen.
Sie haben die Kommunikation in der Apotheke genannt: Um diese Beratungstätigkeit wird immer wieder kontrovers diskutiert...
E. Fink: Lassen Sie uns zunächst feststellen: Eine sehr große Zahl der Apothekenkunden ist zufrieden mit ihrer Apotheke vor Ort und deren Beratung! Ganz aktuell liegt uns eine repräsentative infas-Studie im Auftrag des Deutschen Apothekerverbandes vor, die das zum wiederholten Mal gezeigt hat. Dabei stellte sich heraus, dass die Käufer rezeptfreier Arzneimittel, die in ihrer Apotheke bewusst eine intensive Beratung einfordern, mit der Beratung besonders zufrieden sind. Das lässt mich unsere ApothekenkundInnen bestärken: Fragen Sie nach, wenn Sie mehr z. B. über Nebenwirkungen oder Interaktionen wissen wollen!
Ich weiß aus meiner eigenen Tätigkeit als Referentin bei Fortbildungsveranstaltungen, dass viele Apothekerinnen und Apotheker die zahlreichen Seminare nutzen, die gerade die Beratung der Kunden zum Gegenstand haben. Hier werden z. B. auch Fragestrategien entwickelt, um die Situation des jeweiligen Kunden gut einschätzen und ihn optimal beraten zu können.
Warum dann immer wieder die Kritik der Medien zur Beratungsqualität?
E. Fink: Aus meiner Sicht sage ich dazu: Es handelt sich hier um Testkäufe, die keinen echten Beratungsbedarf erkennen lassen. Und es gibt vielleicht noch einen anderen Aspekt. Der wirtschaftliche Druck in unserem Gesundheitssystem bewirkt mitunter, dass eine Beratungszeit für den einzelnen Kunden einfach nicht da ist. Das kennen wir ja auch aus der Arztpraxis. Das ist sicher ein gesellschaftliches Problem, das zu diskutieren ist. Unsere KundInnen können sicher sein, dass wir uns dieses Problems ernsthaft annehmen. Die kompetente Beratung ist es, die Menschen zur Apotheke führt und sie ihre Medikamente nicht im Internet bestellen lässt – und diesen Trumpf sollten wir uns nicht aus der Hand nehmen lassen.
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