Neuer Chefredakteur, neue Arbeitsabläufe, neue Transparenz, neuer Standort: Bei der Nachrichtenagentur
dpa, der mit der Übernahme der deutschen AP (jetzt DAPD) durch
ddp neue Konkurrenz erwachsen ist, stehen die Zeichen auf Veränderung, wie der Medienjournalist
Daniel Bouhs beschreibt. Die Pläne von Chefredakteur Wolfgang Büchner klingen modern.
In- und Auslandsressort werden verzahnt, eine ständige Task-Force soll die Berichterstatttung koordinieren, und ein neues Ressort nach dem Vorbild der
"Netzwelt" bei
Spiegel Online, Büchners vorherigem Arbeitsplatz, hinzukommen. Kunden können künftig die Nachrichten kommentieren und im
"Open Notebook" Einsicht in Recherchematerialien von dpa-Reportern nehmen.
Allerdings werden mit dem Umzug der Hauptredaktion ins
Springer-Gebäude nach Berlin - nicht alle der 270 Betroffenen packen die Koffer - auch etwa 30 Arbeitsplätze wegfallen. Um Kosten zu sparen, wolle Büchner zudem die alte Tarifstruktur
"arbeite zehn Monate und bekomme knapp 14 bezahlt" antasten, schreibt Bouhs. Das sei aber immer noch
"Luxus im Vergleich etwa zu den ddp-Mitarbeitern, die einst vor der Pleite standen und seitdem Opfer von Dumpinghonoraren sind".