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Frankfurter Allgemeine Zeitung:
Tom Bartels ist der kommende Mann

In der Landesliga hat Tom Bartels im Mittelfeld gekickt und als Student bereits für den damaligen Süddeutschen Rundfunk gearbeitet. Von Premiere und RTL kam der Reporter 2006 zur ARD zurück. Auch wenn er keine Kochshow moderiert und es keine Talkshow gibt, die "Bartels" heißt, so ist er doch für die FAZ "Der kommende Mann". Abwechselnd mit Sportschau-Chef Steffen Simon wird Bartels jene 15 EM-Spiele kommentieren, die im Ersten Programm ausgestrahlt werden.

Als Reporter reklamiert der 42-Jährige Neutralität und Distanz für sich. FAZ-Autor Olaf Sundermeyer zitiert Bartels in seinem Porträt aber vor allem mit affirmativen Sätzen - etwa der Aussage, er könne sich nicht vorstellen, dass "ein Nichtfußballer die Szenen richtig deuten kann". Die Ausschreitungen im Spiel Bielefeld gegen Bochum am letzten Bundesliga-Spieltag deutete Bartels dann in seinem Spielbericht auch als "Niederlage für den Fußball".

Klingt so, als ob der Sport-Journalismus wieder ganz bei der schönsten Nebensache angekommen wäre, nachdem er zeitweilig ganz im Bann des Themas Doping stand - gerade auch in der FAZ, die sich bei der Absetzung des Doping-Experten Hans-Joachim Seppelt als Schwimmsport-Kommentator besonders ins Zeug gelegt hatte. Ersetzt wurde Seppelt vor zwei Jahren durch - Bartels.

Sundermayer referiert diesen Vorgang wie eine Chronistenpflicht, verzichtet aber auf die Frage an den Fachmann, warum ausgerechnet im Fußball so wenig Doping-Recherchen angestellt werden. Lieber lobt er die vermittelnde Fußball-Analytik des uneitlen ARD-Fachmannes: "Bartels gehört zu den wenigen Kommentatoren, bei denen der Laie versteht und der Kenner sich verstanden fühlt."
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