Sie befinden sich hier:
Sie sind: Gast | Login | Registrieren

Welt.de, Spiegel:
Schön, dass mein Text sie gefunden hat

... schreibt Romanus Otte, stellvertretender Chefredakteur der Welt am Sonntag, in einem Artikel über die "dritte Revolution" der Mediennutzung durch soziale Netzwerke: Zuerst verfolgten die Verlage im Internet eine Marken-Strategie, im zweiten Schritt ließen sie sich über Google finden/verlinken, und nun haben sie Facebook, Twitter & Co. entdeckt. Deren Nutzer "kommen nicht zu den Inhalten, sondern sie lesen Inhalte, die zu ihnen kommen - ausgewählt und verlinkt durch ihr Netzwerk."

Otte schreibt klar, dass es diesem neuen Leser-Typus nicht mehr genügt, "nur ein Medium zu nutzen, um gut informiert zu sein" (besser gesagt: um sich gut informiert zu fühlen). Damit dürfte er manch altgedientem Verlagsmanager einen gehörigen Schreck einjagen. Aber auch die Gatekeeper-Funktion der Journalisten ist Schnee von gestern, wenn "mehr und mehr Leute [...] für ihren Nachrichtenkonsum soziale statt professionelle Filter" (Wired-Chefredakteur Chris Anderson im Spiegel) nutzen.

Otte sieht für Journalisten "große Chancen bei erheblichen Risiken"; am Ende verlässt ihn aber der große Atem; es bleibt bei einem versöhnlichen Fazit: "Gelesen wird in den Netzwerken, wer spannende Neuigkeiten, gute Geschichten, kluge Ansichten äußert und Vertrauen genießt. Nicht anders ist dies auf Papier."
Kommentare:
Seien Sie der Erste, der diesen Beitrag kommentiert >>>