Rupert Murdoch fällt der Sky auf den Kopf
Artikel
| 04.08.2010
Pay-TV in Deutschland zu verkaufen, das ist so lukrativ, wie am Nordpol mit Eis zu handeln. 20 Jahre lang haben sich Leo Kirch, Georg Kofler und zuletzt auch Rupert Murdochs News Corp. damit abgemüht, den Deutschen das Bezahlfernsehen schmackhaft zu machen. Aus Premiere wurde am 9. Juli 2009 Sky Deutschland. Doch der neue Name änderte nichts daran: Es funktioniert einfach nicht.
Gebührenfinanziertes Pay-TV
Das liegt vor allem daran, dass es in Deutschland ja schon immer Pay-TV gab: Wer für ARD und ZDF Gebühren bezahlt, will ungern noch an einen dritten Anbieter blechen. Außerdem macht das öffentliche-rechtliche Fernsehen gepaart mit den beiden Privat-TV-Gruppen RTL und ProSiebenSat.1 für die meisten Deutschen schon genug Programm.
Und dann ist da noch der Bundesliga-Fußball, den Sky gerne - so wie 15 Jahre lang die britische Premier League - ganz allein für sich hätte, aber nicht ohne frei empfangbare Konkurrenz bekommt: Die ARD-Sportschau darf schon ab 18.30 Uhr mit ihrer Zusammenfassung des Spieltages beginnen. Bezeichnend ist auch, dass sich SportA, die Rechteagentur von ARD und ZDF, für den WM-Kick 2014 auch die Pay-TV-Rechte gesichert hat. Vielleicht kommen Murdochs Leute ja noch als Untermieter der Öffentlich-Rechtlichen zum Zuge.
"Keine Prognose"
Aktuell hat Sky nach eigenen Angaben 2,47 Millionen Kunden in Deutschland. Dabei hieß es immer, dass 2,8 bis drei Millionen Abonnenten benötigt werden, um aus den roten Zahlen zu kommen. Schon viele Premiere/Sky-Chefs haben angekündigt, bald werde die Gewinnschwelle erreicht. Doch sie ist immer noch nicht in Sicht. Das hat selbst der neue Sky-Chef Brian Sullivan, den Murdoch vor vier Monaten für den vollmundigen Australier Mark Williams einwechselte, inzwischen eingeräumt: "Ich habe vor allem gelernt, dass ich keine detaillierten Prognosen mehr abgeben werde", sagte der Brite der Süddeutschen Zeitung. So langsam scheinen die zugereisten Manager aus Murdochs Weltreich, denen bereits mangelndes Fingerspitzengefühl für den deutschen Markt angekreidet wurde, die hiesigen Verhältnisse zu begreifen.
Die frischen Zahlen vom 2. Quartal dieses Jahres weisen bei einem leicht gestiegenen Umsatz von 236 Millionen Euro 82 Millionen Euro aus. Nun kommt eine neue Kapitalerhöhung: Weitere 340 Millionen Euro vornehmlich vom Mutterkonzern News Corp, der nun fast 50 Prozent der Anteile hält, sollen den Betrieb am Laufen halten.
An der Börse hat diese Finanzspritze höchst kontraproduktiv gewirkt: Die Aktie, vor fünf Jahren für 28,50 Euro an die Börse gekommen, sank am Dienstag auf eine Rekordtief von 1,05 Euro. Außer Rupert Murdoch glaubt offenbar kaum noch jemand an einen Erfolg von Pay-TV in Deutschland.
Gebührenfinanziertes Pay-TV
Das liegt vor allem daran, dass es in Deutschland ja schon immer Pay-TV gab: Wer für ARD und ZDF Gebühren bezahlt, will ungern noch an einen dritten Anbieter blechen. Außerdem macht das öffentliche-rechtliche Fernsehen gepaart mit den beiden Privat-TV-Gruppen RTL und ProSiebenSat.1 für die meisten Deutschen schon genug Programm.
Und dann ist da noch der Bundesliga-Fußball, den Sky gerne - so wie 15 Jahre lang die britische Premier League - ganz allein für sich hätte, aber nicht ohne frei empfangbare Konkurrenz bekommt: Die ARD-Sportschau darf schon ab 18.30 Uhr mit ihrer Zusammenfassung des Spieltages beginnen. Bezeichnend ist auch, dass sich SportA, die Rechteagentur von ARD und ZDF, für den WM-Kick 2014 auch die Pay-TV-Rechte gesichert hat. Vielleicht kommen Murdochs Leute ja noch als Untermieter der Öffentlich-Rechtlichen zum Zuge.
"Keine Prognose"
Aktuell hat Sky nach eigenen Angaben 2,47 Millionen Kunden in Deutschland. Dabei hieß es immer, dass 2,8 bis drei Millionen Abonnenten benötigt werden, um aus den roten Zahlen zu kommen. Schon viele Premiere/Sky-Chefs haben angekündigt, bald werde die Gewinnschwelle erreicht. Doch sie ist immer noch nicht in Sicht. Das hat selbst der neue Sky-Chef Brian Sullivan, den Murdoch vor vier Monaten für den vollmundigen Australier Mark Williams einwechselte, inzwischen eingeräumt: "Ich habe vor allem gelernt, dass ich keine detaillierten Prognosen mehr abgeben werde", sagte der Brite der Süddeutschen Zeitung. So langsam scheinen die zugereisten Manager aus Murdochs Weltreich, denen bereits mangelndes Fingerspitzengefühl für den deutschen Markt angekreidet wurde, die hiesigen Verhältnisse zu begreifen.
Die frischen Zahlen vom 2. Quartal dieses Jahres weisen bei einem leicht gestiegenen Umsatz von 236 Millionen Euro 82 Millionen Euro aus. Nun kommt eine neue Kapitalerhöhung: Weitere 340 Millionen Euro vornehmlich vom Mutterkonzern News Corp, der nun fast 50 Prozent der Anteile hält, sollen den Betrieb am Laufen halten.
An der Börse hat diese Finanzspritze höchst kontraproduktiv gewirkt: Die Aktie, vor fünf Jahren für 28,50 Euro an die Börse gekommen, sank am Dienstag auf eine Rekordtief von 1,05 Euro. Außer Rupert Murdoch glaubt offenbar kaum noch jemand an einen Erfolg von Pay-TV in Deutschland.
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