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Berliner Zeitung:
Qualitätszeitung? Sebstüberschätzung!

Pointiert tritt Dieter Schröder dem Wort von der Krise der Qualitätszeitungen entgegen, das der Philosoph Jürgen Habermas und FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher nach der Schließung des NRW-Regionalteils der Süddeutschen geprägt haben. Nicht nur die überregionalen Blätter, sondern auch die regionale Tageszeitungen litten unter der Wirtschaftsflaute, hält Schröder fest, und mit deren Hilfe bilde sich die große Mehrheit der Leser ihre Meinung. "Anzunehmen, dass die Meinungs- und Willensbildung abhängig ist vom 'Diskurs' der intellektuellen und journalistischen Kader in den Redaktionen der SZ und der FAZ, wäre Selbstüberschätzung." Vor allem am Begriff "Qualitätszeitung" und dem darin verborgenen Anspruch reibt sich Schröder, dessen Zeitung selbst einmal die "deutsche Washington Post" werden wollte. "Hier wird das Eigenverschulden an der Krise gar nicht erst untersucht und 'Qualität' als Status-Symbol oder Marketing-Merkmal in Anspruch genommen ohne das Bemühen um eine Definition." Die Einstellung des NRW-Regionalteils, so gut er auch gemacht gewesen sei, beruhe aber wie zuvor auch das Ende der Berliner Seiten in der FAZ auf einer Fehleinschätzung des Marktes. Ein Regionalteil sei ebenso wenig Kennzeichen von Überregionalität und Qualität wie die "konzeptionslose Hypertrophie der Feuilletons" in den Überregionalen. Die Krise ist nach Schröder also vor allem fehlerhaftes Management.
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Zuletzt bearbeitet 31.03.2003 17:40 Uhr