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Print-Reichweiten wachsen, den "Gastarbeitern" sei Dank

Über 50 Jahre nach der Ankunft der ersten "Gastarbeiter" in der Bundesrepublik hat die Mediaanalyse erstmals den Zeitungs-Konsum in Deutschland lebender Ausländer systematisch erfasst. Demnach lesen 2,7 Millionen Migranten eine deutsche Tageszeitung.

Mögen die Auflagen auch sinken: Die Ausdehnung der Umfrage um deutschsprachige Ausländer - eine Erweiterung der Grundgesamtheit um 8,8 Prozent von 64,8 auf 70,5 Millionen Menschen - hat den Verlagen nebenbei einen kräftigen Leser-Zuwachs beschert: Über 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren, rund 69,6 Prozent der Bevölkerung, lesen laut der MA 2010 Tageszeitungen mindestens eine Zeitung. Vor einem Jahr waren es noch gut 46 Millionen. Nur sind diese beiden Zahlen wegen der unterschiedlichen Datenbasis eben nicht mehr vergleichbar.

Unscharfe Statistik
Selbst wenn man die Ausländer aus den aktuellen Zahlen herausrechnet, sind sie laut der ag.ma, die die Umfragen im Auftrag der Verlage und der werbetreibenden Wirtschaft durchführt, nicht mit den Vorjahres-Ergebnissen vergleichbar. Denn damals waren bereits etwa fünf Prozent der Interviewten Ausländer. Diese "Unschärfe" sei nun erstmals beseitigt worden.

Auch die Zeitschriften haben von der Erweiterung der Umfrage profitiert. Laut MA 2010 Pressemedien II blättern 66 Millionen Leser, das sind 93,5 Prozent der Bevölkerung, in den Journalen. Vor einem Jahr waren es noch 61 Millionen.

Fast überall Gewinner
Die Rangliste der erfolgreichsten Titel hat die Erweiterung aber nicht durcheinandergewürfelt. Im Gegenteil: Reichweiten-Marktführer ADAC Motorwelt legte sogar überproportional um 1,34 Millionen auf 19,03 Millionen Leser zu, und die Bild-Zeitung steigerte sich von 11,63 auf 12,53 Millionen Leser.

Deutliche Zuwächse erzielten auch die überregionalen bürgerlichen Abo-Zeitungen. Fast überall gab es Gewinner. Zu den wenigen Verlierern zählten trotz neuer Datenbasis Zeit, Welt am Sonntag und Bild am Sonntag.
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