Berliner Zeitung:
Oliver Gehrs und sein "Pate" Stefan Aust
"Ich würde es nicht machen", soll Gabor Steingart dem Kollegen Oliver Gehrs in einem Telefonat geraten haben. Gehrs tat es doch und publizierte eine Biografie über Stefan Aust - das Gespräch mit Steingart sei ihm wie eine Szene aus dem "Paten" vorgekommen, verriet er Thomas Schuler in der Berliner Zeitung.
Schließlich habe Aust für das Buch zwei rund zweistündigen Gesprächen zugestimmt - aber bei einer weiteren Nachfrage überwog wohl Skepsis die Eitelkeit: "Bitte sagen Sie mir, warum ich Ihnen mein ganzes Leben erzählen soll, damit Sie mich dann in die Pfanne hauen?" Gehrs lakonischer Tonfall im Buch lässt Schuler vermuten, "dass er seinen früheren Chef nicht wirklich mag. Aust lasse über ihn verbreiten, dass er ihn rausgeworfen habe, sagt Gehrs. In Wirklichkeit sei er freiwillig gegangen."
Dass Gehrs "mit dem Leben und Wirken eines der einflussreichen Journalisten der Republik zugleich die wankelmütige Politik der Redaktion beschreibt", mache die Biografie "wertvoll", findet Schuler. Der Rezensent hat sich übrigens von Kuno Haberbusch, den Leiter des NDR-Medienmagazins Zapp und Ex-WG-Genossen von Aust, erzählen lassen, dass von 25 für einen TV-Beitrag angefragten Personen niemand etwas zu dem Buch sagen wollte. Also doch der "Pate"?
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Zuletzt bearbeitet 29.03.2005 12:43 Uhr
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