Das Bürgerjournalismus-Portal
MyHeimat, an dem
Madsack und die
WAZ-Gruppe über ihre gemeinsame Firma
The MediaLab eine Minderheitsbeteiligung halten, lockt Hobby-Autoren mit der Aussicht, in die Lokalzeitung zu kommen. Angeblich werden jede Woche mehrere hundert Texte der inzwischen über 150.000 Beiträge von 30.000 Nutzern abgedruckt. Geld gibt es dafür keines. Die inzwischen neun Verlagspartner zahlen hingegen für eine
"Text-Flatrate" zwischen 12.000 Euro und 25.000 Euro im Jahr. Dafür werden sie
"in Zeiten immer knapperer Budgets mit guten Geschichten aus erster Hand" beliefert, sagte Geschäftsführer Martin Huber laut
Meedia.
Beim Blick auf die relaunchte Website mag man ihm das nicht wirklich glauben. Die Seite ist gut gemacht, keine Frage. Sie wirkt sehr web-zwei-nullig, zeigt an, wie oft ein Artikel angeklickt und kommentiert wurde, woher die Leser kamen - und dass beispielsweise der Artikel
Vorstand des Sängerbezirks Upland wieder gewählt zwei Mal abgedruckt wurde. Solche Themen haben es dank wackerer Vereins-Menschen allerdings auch vor
MyHeimat immer schon in die Lokalzeitung geschafft.
Ein Klick zu die anderen abgedruckten
"Top-Beiträgen" offenbart nur eine Handvoll weiterer Vereins- und Pfadfinder-Nachrichten - sonst nichts. Der Mehrwert des
MyHeimat-Bürgerjournalismus bleibt somit nebulös.
"Die Rettung für gebeutelte Lokalverlage?" fragt
Meedia. Wohl kaum. So schlecht, dass sie sich nicht einmal mehr einen Text vom örtlichen Schützenfest selbst organisieren kann, kann es um die Lokalpresse auch nicht stehen.
