Millionen-Kooperation seit 2007: "Bravo" für die Bundesanstalt für Arbeit
Artikel
| 01.04.2010
Die Jugendzeitschrift Bravo des Bauer-Verlags steht seit 2007 auf der Honorarliste der Bundesanstalt für Arbeit. 2,2 Millionen Euro seien bislang für ein Berufs-Informations-Projekt namens "Job-Attacke" geflossen, berichtet der Spiegel.
Richtig neu ist die Geschichte aber nicht. Die Kooperation, an der auch die Fast-Food-Kette McDonalds als Arbeitsgeber beteiligt ist, ist schon im Logo der Aktion sichtbar und wurde - von Anfang an von allen Beteiligten "kommuniziert", wie PR-Leute sagen - zumindest von zwei der drei Partner. Denn die Bravo hielt sich in den redaktionellen Beiträgen auf den Heftseiten über die Hintergründe bedeckt.
Presserats-Rüge für Pocher-Artikel
So rügte der Presserat kürzlich einen Artikel, in dem der Komiker Oliver Pocher das Angebot eines BA-Informationszentrums testet, als klaren Verstoß gegen den Trennungs-Grundsatz von Redaktion und Werbung: Pocher habe "als Werbefigur der Bundesagentur agiert"; in dem redaktionellen Artikel sei der leser jedoch nicht über diese Verflechtung informiert worden.
Der Verlag glaubt dennoch, alles richtig gemacht zu haben. Der finanzielle Beitrag der BA werde "zur Abgeltung sämtlicher Kommunikationsleistungen erbracht und nicht etwa für die Verfassung redaktioneller Beiträge", heißt es in einer vom Spiegel wiedergegebenen Stellungnahme. Ob die Zeitschrift auch so viele Beiträge gedruckt hätte, wenn keine Millionensummen geflossen wären?
Aus Sicht der Bundesanstalt hat sich das teure Engagement offenbar gelohnt: Stolz verwiesen die Arbeits-Verwalter im letzten Jahr auf "bisher rund 100 Doppelseiten" in der Bravo über die Themen Ausbildung und Berufswahl. Die kann das junge Publikum - bezahlt ist bezahlt - auch als PDF von der BA-Website herunterladen.
Richtig neu ist die Geschichte aber nicht. Die Kooperation, an der auch die Fast-Food-Kette McDonalds als Arbeitsgeber beteiligt ist, ist schon im Logo der Aktion sichtbar und wurde - von Anfang an von allen Beteiligten "kommuniziert", wie PR-Leute sagen - zumindest von zwei der drei Partner. Denn die Bravo hielt sich in den redaktionellen Beiträgen auf den Heftseiten über die Hintergründe bedeckt.
Presserats-Rüge für Pocher-Artikel
So rügte der Presserat kürzlich einen Artikel, in dem der Komiker Oliver Pocher das Angebot eines BA-Informationszentrums testet, als klaren Verstoß gegen den Trennungs-Grundsatz von Redaktion und Werbung: Pocher habe "als Werbefigur der Bundesagentur agiert"; in dem redaktionellen Artikel sei der leser jedoch nicht über diese Verflechtung informiert worden.
Der Verlag glaubt dennoch, alles richtig gemacht zu haben. Der finanzielle Beitrag der BA werde "zur Abgeltung sämtlicher Kommunikationsleistungen erbracht und nicht etwa für die Verfassung redaktioneller Beiträge", heißt es in einer vom Spiegel wiedergegebenen Stellungnahme. Ob die Zeitschrift auch so viele Beiträge gedruckt hätte, wenn keine Millionensummen geflossen wären?
Aus Sicht der Bundesanstalt hat sich das teure Engagement offenbar gelohnt: Stolz verwiesen die Arbeits-Verwalter im letzten Jahr auf "bisher rund 100 Doppelseiten" in der Bravo über die Themen Ausbildung und Berufswahl. Die kann das junge Publikum - bezahlt ist bezahlt - auch als PDF von der BA-Website herunterladen.
Externe Artikel
05.03.2010
Presserat
01.04.2010
Spiegel Online
01.04.2010
Pressemitteilung/ots
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