Zunächst zu den Grenzen: NPR-Mitarbeiter sollen sich online "nicht für politische oder andere polarisierende Themen einsetzen", auch dann nicht, wenn es sich um Themen handelt, die Sie nicht in einem Radio-Beitrag oder einem Posting auf NPR.org unterbringen konnten". Und weiter: "Schon die simple Teilnahme an manchen Online-Gruppen könnte als Zeichen aufgefasst werden, dass Sie die dort herrschenden Ansichten unterstützen ... Wenn Sie einer Gruppe beitreten, machen Sie deutlich, dass Sie dies aus Interesse an Informationen oder Ideen für Geschichten getan haben.".
Minen- und Arbeitsfeld
Aber soziale Medien sind für die Autoren der NPR-Guidelines nicht nur ein Minen-, sondern auch ein Arbeitsfeld, das es ernst zu nehmen gilt: Journalismus sollte offen betrieben werden, unabhängig von der Plattform. So wie Sie es auch tun, wenn Sie offline arbeiten, sollten Sie sich als NPR-Journalist zu erkennen geben, wenn Sie online arbeiten ... Erkennen Sie, dass soziale Netzwerke ihre eigene Kultur, Etikette und Normen haben, und respektieren sie diese."
Bei der Washington Post sorgte man sich besonders darum, dass Mitarbeiter Redaktions-Interna ausgeplaudert könnten. Dieses Problem wird in den NPR-Guidelines kurz und knapp abgehandelt: "Wenn Sie über Meetings und Versammlungen bei NPR schreiben - fragen sie immer zuerst, ob das Forum vertraulich ist oder nicht, bevor sie Informationen oder Inhalte darüber verbreiten."
Offenheit schafft Vertrauen
NPR hat seine Richtlinien öffentlich ins Netz gestellt - anders als die Post, die sich nicht nur deshalb mangelnde Transparenz vorwerfen lassen musste. Das bedauert inzwischen auch Ombudsmann Andrew Alexander. In seinem Omblog verteidigte er zwar die restriktiven Richtlinien seines Verlags. "Aber es gibt viele respektable Journalisten, die eine andere Meinung haben und argumentieren: Wenn Journalisten ihre Ansichten über Themen, die sie bearbeiten, teilten, würden die Leser ihnen stärker vertrauen."