Süddeutsche Zeitung:
"Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört"
Hans-Jürgen Jakobs kommentiert in der Süddeutschen Zeitung die Übernahme von ProSiebenSat.1 durch Springer:
"Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört, wenn die Meinungsvielfalt erhalten bleiben soll: Das prägende, mitunter meinungsfrivole Boulevardblatt Bild mit einer Massenauflage von gut 3,6 Millionen Exemplaren, die überregionale Tageszeitung Welt, die Sonntagsschwestern der beiden, etliche Regionalzeitungen – und auf der anderen Seite die Sender Sat1 und ProSieben, die auf Unterhaltung ausgelegt sind, gleichwohl aber das politische Klima mitbeeinflussen.
Beim anstehenden Fernsehduell zwischen Kanzler Gerhard Schröder und Aspirantin Angela Merkel war klar, dass die neuen Sender vertreten sein müssen, schon weil Springer einsteigt.
Man fürchtet in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kreisen vor allem Bild. Es gibt Stars wie Stefan Raab, Anke Engelke oder Herbert Grönemeyer, die sich dem Blatt, das die bunteren Geschichten druckt, bewusst verweigern.
Und es gibt Politiker wie Kanzler Schröder, die sich einer Kampagne ausgesetzt sehen und sich deshalb lange Zeit den Interviews entziehen. Allein das Wissen, dass hinter Bild nun auch Sat1 und ProSieben stehen, macht die Leute aller menschlichen Erfahrung nach gefügiger. "
"Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört, wenn die Meinungsvielfalt erhalten bleiben soll: Das prägende, mitunter meinungsfrivole Boulevardblatt Bild mit einer Massenauflage von gut 3,6 Millionen Exemplaren, die überregionale Tageszeitung Welt, die Sonntagsschwestern der beiden, etliche Regionalzeitungen – und auf der anderen Seite die Sender Sat1 und ProSieben, die auf Unterhaltung ausgelegt sind, gleichwohl aber das politische Klima mitbeeinflussen.
Beim anstehenden Fernsehduell zwischen Kanzler Gerhard Schröder und Aspirantin Angela Merkel war klar, dass die neuen Sender vertreten sein müssen, schon weil Springer einsteigt.
Man fürchtet in politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Kreisen vor allem Bild. Es gibt Stars wie Stefan Raab, Anke Engelke oder Herbert Grönemeyer, die sich dem Blatt, das die bunteren Geschichten druckt, bewusst verweigern.
Und es gibt Politiker wie Kanzler Schröder, die sich einer Kampagne ausgesetzt sehen und sich deshalb lange Zeit den Interviews entziehen. Allein das Wissen, dass hinter Bild nun auch Sat1 und ProSieben stehen, macht die Leute aller menschlichen Erfahrung nach gefügiger. "
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06.08.2005 | Süddeutsche Zeitung
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Zuletzt bearbeitet 06.08.2005 11:34 Uhr
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