Süddeutsche Zeitung, Die Welt:
Hat das Wegschauen der ARD Methode?
Heuchelei wirft die Welt der ARD im Umgang mit der Korruption in der Sportberichterstattung vor. "Erst unter massivem Druck kommt nun mühsam ans Licht, was in der Grauzone zwischen öffentlich-rechtlichem Versorgungsapparat und lukrativen Privatgeschäften so alles möglich war." So habe der MDR drei Mal Hinweise auf das betrügerische Gebahren seines Sportchefs Wilfried Mohren ignoriert, das erste Mal schon im Jahr 2000.
Damals war der frühere Verwaltungsdirektor Rolf Markner über dubiose Rechnungen der Produktionsfirma von Atlanta Killinger, der Ehefrau des HR-Sportchefs Jürgen Emig, auf eine Verbindung nach Frankfurt gestoßen. In einem Brief vom 3. Februar 2000 fragte Markner, "ob die Gefahr besteht, daß Sportredakteure bzw. Sportchefs der einzelnen ARD-Anstalten sich nach der Devise 'eine Hand wäscht die andere' gegenseitig über den Abschluß von Sponsoringverträgen zusätzliche Einkünfte verschaffen".
Auch als der Focus 2004 von einer anonymen Strafanzeige gegen Mohren berichtete, schritt der MDR nicht gegen seinen Mitarbeiter ein. Im Gegenteil, die Anstalt half Mohren sogar, das Münchner Magazin zu einem außergerichtlichen Vergleich zu zwingen.
Als dann die Frankfurter Staatsanwaltschaft den Fall Emig zu untersuchen begann, wandten sich mehrere MDR-Mitarbeiter vertraulich an Rundfunkrat Heiko Hilker. Dessen Auskunftsbegehren wurde nochmals abgeblockt. "Zu den Vorwürfen gegen den Sportchef des HR erklärt Herr Vietze, derartiges gebe es beim MDR nicht", vermerkt das Sitzungsprotokoll des Rundfunkrates vom 19. April 2004.
Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe durchgeführt, die Mohren als "Medienbotschafter" seit 2003 insgesamt 45.000 Euro zahlte, wie deren Vorsitzender Hans-Ludwig Grüschow eingeräumt hat. Mohren sitzt noch in Untersuchungshaft, Emig wieder: Drei Tage nach seiner Freilassung wurde er erneut inhaftiert´, nachdem die Staatsanwaltschaft erfolgreich Beschwerde gegen die Aufhebung des Haftbefehls eingelegt hatte.
Damals war der frühere Verwaltungsdirektor Rolf Markner über dubiose Rechnungen der Produktionsfirma von Atlanta Killinger, der Ehefrau des HR-Sportchefs Jürgen Emig, auf eine Verbindung nach Frankfurt gestoßen. In einem Brief vom 3. Februar 2000 fragte Markner, "ob die Gefahr besteht, daß Sportredakteure bzw. Sportchefs der einzelnen ARD-Anstalten sich nach der Devise 'eine Hand wäscht die andere' gegenseitig über den Abschluß von Sponsoringverträgen zusätzliche Einkünfte verschaffen".
Auch als der Focus 2004 von einer anonymen Strafanzeige gegen Mohren berichtete, schritt der MDR nicht gegen seinen Mitarbeiter ein. Im Gegenteil, die Anstalt half Mohren sogar, das Münchner Magazin zu einem außergerichtlichen Vergleich zu zwingen.
Als dann die Frankfurter Staatsanwaltschaft den Fall Emig zu untersuchen begann, wandten sich mehrere MDR-Mitarbeiter vertraulich an Rundfunkrat Heiko Hilker. Dessen Auskunftsbegehren wurde nochmals abgeblockt. "Zu den Vorwürfen gegen den Sportchef des HR erklärt Herr Vietze, derartiges gebe es beim MDR nicht", vermerkt das Sitzungsprotokoll des Rundfunkrates vom 19. April 2004.
Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft eine Hausdurchsuchung bei der Stiftung Deutsche Sporthilfe durchgeführt, die Mohren als "Medienbotschafter" seit 2003 insgesamt 45.000 Euro zahlte, wie deren Vorsitzender Hans-Ludwig Grüschow eingeräumt hat. Mohren sitzt noch in Untersuchungshaft, Emig wieder: Drei Tage nach seiner Freilassung wurde er erneut inhaftiert´, nachdem die Staatsanwaltschaft erfolgreich Beschwerde gegen die Aufhebung des Haftbefehls eingelegt hatte.
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27.07.2005 | Süddeutsche Zeitung
26.07.2005 | Die Welt
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Zuletzt bearbeitet 27.07.2005 11:38 Uhr
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