Gefälschte Interviews: Beyonce bereitet "Neon" KummerArtikel | 21.03.2010 12:26 Uhr
Nun hat also die Zeitschrift Neon auch ihren Skandal mit gefälschten Interviews. Urheber war der freie Mitarbeiter Ingo Mocek, von dem sich das Magazin inzwischen nach eigenen Angaben getrennt hat. Dem Schwindel kam die Redaktion nach eigenen Angaben erst durch einen Hinweis des Managements der Sängerin Beyonce Knowles auf die Spur. Mit ihr hatte Neon zu Jahresbeginn ein Interview von Mocek veröffentlicht, das im Zürcher Tagesanzeiger nachgedruckt wurde. Titel: "Alles in Butter".
Der Fall erinnert natürlich an den "Borderline"-Journalisten Tom Kummer, der in den wilden 1990er Jahren des Pop-Journalismus die Interview-Fälscherei zur Kunstform (v)erklärt hatte. Im Jahr 2000 ging die Kummer-Nummer hoch wie eine Bombe - mit dem SZ-Magazin mitten im Explosionsgebiet. Die Neon-Chefredakteure Timm Klotzek und Michael Ebert arbeiteten damals im selben Haus eine Generation tiefer bei der damaligen SZ-Jugendbeilage Jetzt. Nicht so wild wie Tom Kummer Ganz so wild wie Kummer hat es Mocek in seinen Interview-Kompositionen offenbar nicht getrieben. Insgesamt fünf Texte - neben der Butter-Fahrt mit Beyonce auch Gespräche mit Slash (2004), Christina Aguilera, Snoop Doggy Dogg (beide 2006) und Jay-Z (2010) - sollen "nicht wie von ihm vorgelegt stattgefunden haben". Mocek habe bestätigt, "dass er die Prüfinstanz der NEON-Dokumentation getäuscht und das Gespräch nicht wie von ihm vorgelegt stattgefunden hat", heißt es in einer Stellungnahme auf der Neon-Website. Damit soll dann aber auch für die erfolgreichste Gruner+Jahr-Zeitschriften-Neugründung der letzten Jahre alles wieder in Butter sein. Zum Schluss der Erklärung in eigener Sache ist nur noch eine Entschuldigung fällig, "bei den betroffenen Künstlern und deren Management sowie bei unseren Leserinnen und Lesern". In dieser Reihenfolge. Externe Artikel 18.03.2010 | Neon.de 19.03.2010 | Süddeutsche Zeitung 20.03.2010 | Tageszeitung Kommentare:
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