Führende Geschlechterforscherin
im anna-fischer-Beirat
Pressemitteilung | 16.12.2008 16:42 Uhr
Eine Zusage für die Mitarbeit im Beirat des anna-fischer-projects erhielten wir von Prof. Dr. med. Vera Regitz-Zagrosek von der Berliner Charité. Die Kardiologin und Geschlechterforscherin leitet das Institut für Geschlechterforschung in der Medizin (GiM). Annegret Hofmann sprach mit ihr.
Gendermedizin hat für die Ärztin und Geschlechter-forscherin zwei Seiten: Da sind zum einen die Her-aus-forderungen, die sich aus dem notwendigen unterschiedlichen medizinischen Herangehen an weibliche und männliche Patienten ergeben. Zum anderen aber sind es die beruflichen Möglichkeiten, die explizit Ärztinnen für sich einfordern – und nutzen müssen. Prof. Regitz-Zagrosek erinnert sich: „Als junge Ärztin und später als – einzige – Oberärztin im Deutschen Herzzentrum hier in Berlin fielen mir zwei Dinge auf: Warum sind so wenige Patientinnen bei uns in Behandlung und warum erhalten ziemlich offensichtlich eine nicht so gute Therapie? Und warum gibt es so wenige Kolleginnen, die die Kardiologie für sich entdeckt haben? Das interessierte mich, und aus der ersten Fragestellung ergab sich dann eine erste größere Studie. Dabei habe ich ziemlich schnell ein offenes Ohr auch bei Prof. Roland Hetzer, damals wie heute Ärztlicher Direktor des Herzzentrums, gefunden. Das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen war somit das erste, das gendermedizinisch hierzulande systematisch aufgearbeitet wurde...“
Heute ist der Arbeitsplatz von Professor Dr. Vera Regitz-Zangrosek das zur Charité gehörende Center of Cardiovascular Research, wo sie mit ihren KollegInnen und MitarbeiterInnen Themen der Kardiovaskulären Geschlechterforschung bearbeitet. Unweit von der Hessischen Straße in der Berliner Mitte, im weithin sichtbaren Hochhaus der Charité, befindet sich die Geschäftsstelle des GiM, dessen Mitinitiatorin und Direktorin sie ist.
Sind damit beide Fragestellungen, die am Anfang standen, sinnhaft miteinander verbunden – eine bessere Medizin für Frauen, bessere Karrieremöglichkeiten für Ärztinnen?
Prof. Regitz-Zagrosek überlegt: „Im Ansatz auf jeden Fall. Noch sind wir mit der Gendermedizin die Exoten im Medizinbetrieb, auch hier an der Charité, aber niemand verlacht uns mehr offen, man findet uns nett, gelegentlich kompetent, wir werden geduldet und manchmal sogar unterstützt....“
„In jede Studie gehören geschlechtsspezifische Fragestellungen, die dann ihre Auswirkungen bis in die Praxis jeder Ärztin, jedes Arztes haben sollten. Aber gerade von letzerem sind wir noch weit entfernt“, sagt Prof. Regitz-Zagrosek mit Blick auf die Themen, die noch zu bearbeiten sind. Warum ist z. B. die Sterblichkeit junger Frauen nach Einsetzen eines Bypasses fast doppelt so hoch wie die gleichaltriger Männer, warum haben sie postoperativ mehr Probleme als Männer? Dies untersucht sie im Moment am Deutschen Herzzentrum Berlin.
Gendermedizin hat für die Ärztin und Geschlechter-forscherin zwei Seiten: Da sind zum einen die Her-aus-forderungen, die sich aus dem notwendigen unterschiedlichen medizinischen Herangehen an weibliche und männliche Patienten ergeben. Zum anderen aber sind es die beruflichen Möglichkeiten, die explizit Ärztinnen für sich einfordern – und nutzen müssen. Prof. Regitz-Zagrosek erinnert sich: „Als junge Ärztin und später als – einzige – Oberärztin im Deutschen Herzzentrum hier in Berlin fielen mir zwei Dinge auf: Warum sind so wenige Patientinnen bei uns in Behandlung und warum erhalten ziemlich offensichtlich eine nicht so gute Therapie? Und warum gibt es so wenige Kolleginnen, die die Kardiologie für sich entdeckt haben? Das interessierte mich, und aus der ersten Fragestellung ergab sich dann eine erste größere Studie. Dabei habe ich ziemlich schnell ein offenes Ohr auch bei Prof. Roland Hetzer, damals wie heute Ärztlicher Direktor des Herzzentrums, gefunden. Das Thema Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen war somit das erste, das gendermedizinisch hierzulande systematisch aufgearbeitet wurde...“
Heute ist der Arbeitsplatz von Professor Dr. Vera Regitz-Zangrosek das zur Charité gehörende Center of Cardiovascular Research, wo sie mit ihren KollegInnen und MitarbeiterInnen Themen der Kardiovaskulären Geschlechterforschung bearbeitet. Unweit von der Hessischen Straße in der Berliner Mitte, im weithin sichtbaren Hochhaus der Charité, befindet sich die Geschäftsstelle des GiM, dessen Mitinitiatorin und Direktorin sie ist.
Sind damit beide Fragestellungen, die am Anfang standen, sinnhaft miteinander verbunden – eine bessere Medizin für Frauen, bessere Karrieremöglichkeiten für Ärztinnen?
Prof. Regitz-Zagrosek überlegt: „Im Ansatz auf jeden Fall. Noch sind wir mit der Gendermedizin die Exoten im Medizinbetrieb, auch hier an der Charité, aber niemand verlacht uns mehr offen, man findet uns nett, gelegentlich kompetent, wir werden geduldet und manchmal sogar unterstützt....“
„In jede Studie gehören geschlechtsspezifische Fragestellungen, die dann ihre Auswirkungen bis in die Praxis jeder Ärztin, jedes Arztes haben sollten. Aber gerade von letzerem sind wir noch weit entfernt“, sagt Prof. Regitz-Zagrosek mit Blick auf die Themen, die noch zu bearbeiten sind. Warum ist z. B. die Sterblichkeit junger Frauen nach Einsetzen eines Bypasses fast doppelt so hoch wie die gleichaltriger Männer, warum haben sie postoperativ mehr Probleme als Männer? Dies untersucht sie im Moment am Deutschen Herzzentrum Berlin.

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