Ehemaliger Ärztlicher Direktor in den „Unruhestand“ verabschiedet
Stolz auf Entwicklung des Klinikums – und der Dermatologie
Pressemitteilung | 14.01.2010 13:08 Uhr
Hoyerswerda, 14.. Januar 2010. Nach fast 40-jähriger Tätigkeit als Arzt am Klinikum wurde der bisherige Ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Dermatochirurgie des Lausitzer Seenland Klinikums, Dr. med. Dietmar Stoermer, am 13. Januar 2010 verabschiedet. In einer emotionalen Laudatio würdigte der Geschäftsführer des Seenland Klinikums, Andreas Grahlemann, vor den rund 80 Gästen - ärztlichen Kollegen, Pflegekräften, niedergelassenen Dermatologen und Verwaltungsmitarbeitern – die Verdienste des Chefarztes. Dabei wurde das unermüdliche Wirken als Chefarzt, als ärztlicher Ausbilder, als Vertrauensperson und Moderator – und letztlich auch als Arzt besonders hervorgehoben. In seine Dankesworte an den Jubilar schloss der Geschäftsführer ausdrücklich auch die Ehefrau und Familie mit ein, die immer den notwendigen familiären Rückhalt gegeben haben, diese zeitaufwändige Aufgabe zu erfüllen. Zum Abschluss wurde Dr. Stoermer in Würdigung seiner Verdienste von Geschäftsführer Grahlemann zum „Ärztlichen Direktor im Unruhestand“ berufen, verbunden mit der Bitte, das Haus weiter wohlwollend zu begleiten und für die bisher in den letzten Jahren in den Ruhestand verabschiedeten Chefärzte Ansprechpartner und Verbindungsperson zu sein.
Über seine langjährige Tätigkeit am Klinikum und die Entwicklung der Dermatologie sprachen wir mit Dr. Stoermer. Hier das Interview:
Dr. Stoermer, im September 1970 war Ihr erster Arbeitstag in Hoyerswerda, sicher war damals vieles anders...?
Dr. Stoermer: Keine Frage. Ein Klinikum wie wir es heute kennen, gab es noch nicht. Die Hautklinik als solche bestand ebenfalls nicht, es handelte sich um eine Hautarztstelle in der Poliklinik. Erst wenige Jahre später, mit dem Baubeschluss zum Bezirkskrankenhaus, wurde die Hautklinik in der einstigen Lungenklinik außerhalb von Hoyerswerda eingerichtet, ich wurde Chefarzt. Das war eine Station, später eine Etage. Unseren kleinen Operationssaal konnte man für damalige Begriffe schon fast revolutionär nennen. Hauterkrankungen wurden vor allem mit Salben behandelt, viel mehr Möglichkeiten kannte man nicht. Auch das hat sich entschieden geändert.
Machen wir einen großen zeitlichen Sprung: 1992 zog die Hautklinik an den Hauptstandort...
Dr. Stoermer: Wir erhielten damit entschieden bessere Möglichkeiten des Arbeitens, konnten komplexer behandeln, auch in Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken. Das ist vielleicht sogar das Entscheidende: Die Dermatologie ist heute eines von den medizinischen Fächern, die vor allem für die interdisziplinäre Zusammenarbeit stehen. Hauterkrankungen treten, wie wir heute wissen, in der Regel mit anderen Erkrankungen auf, sind Achtungszeichen, Folge, Begleiterscheinung, kaum eigenständig. Lebererkrankungen, solche der Bauchspeicheldrüse, verschiedener innerer Organe, oder auch Beschwerden der Gelenke – immer ist die Haut ein Spiegelbild des Befindens. Die Therapie ist deshalb inzwischen eine ganz andere geworden – ein Weg auch von der Salbe zur Operation. Wir gehören im Klinikum erfahrungsgemäß zu den diejenigen Fachabteilungen mit den meisten Konsilanforderungen, d.h. wir sind immer im fachlichen Kontakt mit unseren Kollegen aus den anderen Kliniken – und sie mit uns.
Das sagt ja einiges zur Rolle der Hautklinik innerhalb des Leistungsspektrums des Klinikums!
Dr. Stoermer: Es sagt z. B. auch, dass sich unsere Mitarbeiter intensiv weiterbilden. Ich selbst habe insgesamt 16 Fachärzte in der Weiterbildung begleitet, einige davon sind inzwischen in der Region niedergelassen und eng mit dem Klinikum verbunden. Die Patienten kommen aus der Region und darüber hinaus – im vergangenen Jahr waren es rund 1 200. Neben Hauterkrankungen wie Schuppenflechten behandeln wir allergische Erkrankungen, die sich in vielen Fällen über die Haut bemerkbar machen und wofür uns ein leistungsfähiges allergologisches Labor zur Verfügung steht Ein zunehmend wichtigeres Gebiet ist die operative Dermatologie, die Venenchirurgie, die Behandlung von Hautkrebsen, aber auch die Plastische Rekonstruktion.
In den vergangenen sieben Jahren waren Sie Ärztlicher Direktor – was bewegt Sie beim Blick zurück?
Dr. Stoermer: Das wir es geschafft haben, das Klinikum aus einer existentiellen Krise herauszuführen und wieder zu stabilisieren. Mit starken Partnern können wir unsere Aufgabe, die Menschen der Seenland-Region medizinisch in höchster Qualität zu versorgen, erfüllen. Und letztlich hat mich deshalb auch die noch einmonatige Tätigkeit im neuen Lausitzer Seenland Klinikum mit Stolz und Zuversicht erfüllt.
Auch in meinem Fachgebiet, der Dermatologie, und ich bin, das sei unbedingt gesagt. aus ganzem Herzen Hautarzt, hat sich viel getan. Es ist ein spannendes Fach, an dem ich weiter teilhaben werde, ebenso wie natürlich am Klinikum. Man hat mir in den letzten Tagen gedankt und alles Gute gewünscht – das gebe ich gern zurück: an meine Mitarbeiter, die des Klinikums, an die Patientinnen und Patienten!
(Das Gespräch führte Annegret Hofmann.)
Foto zum Download:
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Dr. Stoermer (re) und sein Nachfolger als Chefarzt der Hautklinik, Dr. Lutz-Uwe Wölfer.
Foto: Seenlandklinikum/Zülke