Süddeutsche Zeitung:
Die unglaubliche Karriere des Silvio Berlusconi
Vier Spalten längs über die ganze Medienseite widmet die Süddeutsche Zeitung einem Enthüllungsbuch über die unglaubliche Karriere von Silvio Berlusconi. Udo Gümpel und Ferruccio Pinotti haben in ihrem Werk Berlusconi Zampano - die Karriere eines genialen Trickspielers "das Ungeheuerliche aus 500.000 Seiten Untersuchungsbericht der Mailänder Richter zusammengetragen, die seit Jahren der Korruption den Kampf angesagt haben".
Eine wichtige Rolle spielt dort der britische Anwalt David Mills, Ehemann von Tony Blairs Kulturministerin Tessa Jowell. Er soll für Berlusconi "ein riesiges Schattenreich mit Dutzenden von Geheimfirmen und Hunderten schwarzer Kassen" geschaffen haben, das neben seinem 1974 gegründeten offiziellen Unternehmen Fininvest steht. 38 Holdings - Geschäftszweck "Friseursalon und Kosmetikinstitut" - lenken die Geschäfte der Gruppe Berlusconi, die heute 90 Prozent des TV-Markts und 40 Prozent der Presse kontrolliert.
Wer das Anfangskapital gab, wissen die Ermittler bis heute nicht genau. Die Treuhandfirma Par.Ma.Fid, die die Holdings verwaltete, betreute zur gleichen Zeit auch das Vermögen eines Finanziers der sizilianischen Cosa Nostra. Berlusconis langjähriger Intimus Marcello Dell'Utri wurde im Jahr 2004 in erster Instanz zu neun Jahren Haft verurteilt - wegen Beihilfe für eine "kriminelle Vereinigung mafiösen Charakters". Er sitzt aber nicht im Gefängnis, sondern für die Berlusconi-Partei Forza Italia im Europaparlament.
1974 soll sich Berlusconi des Schutzes der Cosa Nostra versichert haben. Im Gegenzug habe er seinen Gästen gesagt, er stehe ihnen "jederzeit zur Verfügung", wird im Buch ein Zeuge zitiert. Auch dem rechtkonservativen kirchlichen Geheimorden Opus Dei stand Berlusconi angeblich nahe.
Das Buch rekonstruiert die Entwicklung des Salesianer-Zöglings und Bankiers-Sohnes, der schon als Schüler Staubsauber verkaufte und sein eigenes Leben zur Legende verklärt hat. Nach den Worten seines damaligen Hauslehrers Nando Cito, heute IBM-Manager in Paris, glaubte Berlusconi schon in den siebziger Jahren, "der Beste zu sein". Nur habe zu jener Zeit sein "Überlegenheitswahn noch keine krankhaften Züge angenommen".
Eine wichtige Rolle spielt dort der britische Anwalt David Mills, Ehemann von Tony Blairs Kulturministerin Tessa Jowell. Er soll für Berlusconi "ein riesiges Schattenreich mit Dutzenden von Geheimfirmen und Hunderten schwarzer Kassen" geschaffen haben, das neben seinem 1974 gegründeten offiziellen Unternehmen Fininvest steht. 38 Holdings - Geschäftszweck "Friseursalon und Kosmetikinstitut" - lenken die Geschäfte der Gruppe Berlusconi, die heute 90 Prozent des TV-Markts und 40 Prozent der Presse kontrolliert.
Wer das Anfangskapital gab, wissen die Ermittler bis heute nicht genau. Die Treuhandfirma Par.Ma.Fid, die die Holdings verwaltete, betreute zur gleichen Zeit auch das Vermögen eines Finanziers der sizilianischen Cosa Nostra. Berlusconis langjähriger Intimus Marcello Dell'Utri wurde im Jahr 2004 in erster Instanz zu neun Jahren Haft verurteilt - wegen Beihilfe für eine "kriminelle Vereinigung mafiösen Charakters". Er sitzt aber nicht im Gefängnis, sondern für die Berlusconi-Partei Forza Italia im Europaparlament.
1974 soll sich Berlusconi des Schutzes der Cosa Nostra versichert haben. Im Gegenzug habe er seinen Gästen gesagt, er stehe ihnen "jederzeit zur Verfügung", wird im Buch ein Zeuge zitiert. Auch dem rechtkonservativen kirchlichen Geheimorden Opus Dei stand Berlusconi angeblich nahe.
Das Buch rekonstruiert die Entwicklung des Salesianer-Zöglings und Bankiers-Sohnes, der schon als Schüler Staubsauber verkaufte und sein eigenes Leben zur Legende verklärt hat. Nach den Worten seines damaligen Hauslehrers Nando Cito, heute IBM-Manager in Paris, glaubte Berlusconi schon in den siebziger Jahren, "der Beste zu sein". Nur habe zu jener Zeit sein "Überlegenheitswahn noch keine krankhaften Züge angenommen".
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21.03.2006 | Süddeutsche Zeitung
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Zuletzt bearbeitet 21.03.2006 12:57 Uhr
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