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Deutsche Rheuma-Liga informiert: Auch bei rheumatischen
Erkrankungen auf die richtige Ernährung achten

Cottbus, 29. Juli 2010. Man nannte sie Zipperlein und Wohlstandskrankheit, schon Hippokrates hat sie beschrieben, Rubens litt daran, Goethe und Darwin: die Gicht. Zu den bis zu 400 Erkrankungen, die dem Rheuma zuzuordnen sind, zählt auch sie. Sie resultiert aus einer Stoffwechselstörung, die mit erhöhten Harnsäurewerten einhergeht. Vermehrt bildet sich Harnsäure vor allem beim Abbau bestimmter Lebensmittel, die sogenannte Purine enthalten.
Rund ein Drittel der deutschen Männer und drei Prozent der Frauen haben erhöhte Harnsäurewerte, etwa jeder zehnte von ihnen erkrankt an Gicht. Bei Männern ist Gicht die häufigste Ursache einer sehr schmerzhaften, entzündlichen Arthritis in den Gelenken. Die Beeinträchtigung der Mobilität und Lebensqualität, aber auch Arbeitsausfall und Frühberentung können die Folge sein.

An wichtiger Stelle der Therapie steht eine bewusste Ernähung. Nahrungsmittel wie Eier. Kartoffeln und Äpfel, aber auch Vollkornbrot und Käse weisen niedrige Purinwerte auf und wirken sich daher günstig aus. Auch Milch und Milchprodukte sind purinfrei bzw. sehr purinarm. Sie eignen sich besonders als Proteinquelle, da reines Eiweiß die Harnsäureausscheidung über die Niere fördert.
Häufiger Auslöser von Gichtanfällen ist ein übermäßiger Alkoholkonsum. Der Harnsäurestoffwechsel wird dabei auf mehreren Wegen beeinflusst. Zum einen wird die Bildung von Milchsäure begünstigt, was zu einer Übersäuerung des Blutes (Hyperlaktazidämie) führt. Dies setzt die Löslichkeitsgrenze der Harnsäure herab, was die Auskristallisation von Natriumurat fördert. Zum anderen hemmt Alkohol die Harnsäureausscheidung über die Niere. Auch das Bier hat einen beträchtlichen Puringehalt. Ein halber Liter Bier enthält immerhin 170 mg Harnsäureäquivalent. Dadurch und durch die negativen Wirkungen des Alkohols erhöht sich die Wahrscheinlichkeit eines Gichtanfalles. Die Kombination von Alkoholkonsum und fettreicher Nahrung ist besonders ungünstig. So nimmt es nicht wunder, dass die Gicht als Wohlstandskrankheit bekannt wurde!
Auf dem 38. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), der vom 15. bis 18. September 2010 in Hamburg stattfindet, werden neue Therapien und Medikamente gegen die Gicht diskutiert.

Mehr Informationen über diese rheumatische Erkrankung und wie man damit auch durch eine gesunde Ernährung leben lernt, erfahren Betroffene und Angehörige in der Deutschen Rheuma-Liga. Ansprechpartner der 66 regionalen Gruppen im Landesverband Brandenburg der Deutschen Rheuma-Liga e.V unter www. Rheuma-Liga-Brandenburg.de
Ansprechpartner für die Medien:
Contentic Media Berlin, Annegret Hofmann, 0170 546 10 12
Mail: rheuma-liga-brandenburg@contentic.de



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