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Tageszeitung:
Bundestags-Wahlberichterstattung war verzerrt

Die Fernsehnachrichten haben die Berichterstattung vom Bundestags-Wahlkampf 2005 verzerrt, hat eine Studie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt herausgefunden. Die Verzerrung besteht darin, "dass die Informationsvermittlung, eigentlich die öffentliche Aufgabe der Medien, verfehlt wird, weil sie nicht am gesellschaftlich vorgegebenen Thema erfolgt". Statt dessen habe das Fernsehen "reihum die Politiker zu Wort kommen lassen", berichtet der Medienwissenschaftler Ralf Hohlfeld im taz-Interview.

Bei jeder Partei werde "um jeden Preis" ein O-Ton eingeholt. Am Ende seien solche politischen Berichte mit ihrer Aneinanderreihung von O-Tönen aussage- und inhaltsleer. Aber die Redaktion könne mit Genugtuung sagen: "Wir sind allen gerecht geworden."

Das andere Übel stellt die Ausweitung der Demoskopie dar. Meinungsumfragen "bilden dann so etwas wie die Folie, auf der dann Statements zur Tagespolitik eingeholt werden". Dass die Medien diese Zahlen selbst in Auftrag geben, hält Hohlfeld für problematisch. Man müsse sich fragen, ob man in den Berichten und Moderationen "immer wieder dieses Pferderennen strapazieren" dürfe.

Für die Studie über den "Bundestagswahlkampf 2005 in den Hauptnachrichtensendungen" wurden Beiträge aus den vier Wochen vor der Wahl ausgewertet.
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Zuletzt bearbeitet 19.09.2006 11:47 Uhr