Google News benachteiligt Medien, die Exklusivgeschichten bringen. Schuld ist die Software, die automatisch die Gewichtung der Artikel vornimmt. Erstveröffentlichungen werden zwar zunächst prominent platziert, aber dann durch vermeintlich aktuellere
"Nacherzähler" ersetzt.
"Online-Medien, die im Zeitalter von Google News Artikel noch selbst recherchieren, womöglich gar viel Geld für investigativen Journalismus ausgeben, haben das Nachsehen", meint das Netzkulturmagazin
Telepolis, das seinerseits eine Geschichte aus dem
Independant nacherzählt, der bereits ein Dementi von Google veröffentlichte.
Eine Untersuchung der amerikanischen Medienberatungsagentur
Digital Deliverance ergab zudem, dass zwei Drittel aller bei den englischsprachigen Google News gelisteten Nachrichten aus nur zehn Quellen stammen - obgleich der Dienst rund 4.500 Webangebote durchsuche. Große, renommierte Quellen würden von Google News bevorzugt.
Was bei Google News indexiert wird und was nicht, entscheidet ein menschliches
"Quellen-Team" - angeblich nach überparteilichen Gesichtspunkten. Der in der Szene bekannte Online-Journalist
J.D. Lasica stellte allerdings fest, dass bei der Suche nach
"John Kerry" außergewöhnlich viele konservative Websites mit Negativartikeln zitiert wurden. Allerdings gibt es auch das Gegenbeispiel: Bei der Suche nur nach
"Kerry" ist die Nachrichtenlage wieder ausgewogen.
Unbestritten ist dagegen, dass Google News - wie der Branchendienst
The Register schon vor einem Jahr
feststellte, seinem Nachrichtemix auch Pressemitteilungen beimischt,
"um eine möglichst breite Meinungsbildung zu ermöglichen".