Allgemeinmediziner Simon Feldbach: „Informationsdefizit
bei Borreliose: Ärzte und Patienten müssen mehr wissen!“

Blankenburg/Schönebeck, 21. Oktober 2010. „Herr Doktor, könnten meine Beschwerden vielleicht von einem Zeckenstich herrühren?“ Solch einer Frage begegnet Hausarzt Simon Feldbach, Facharzt für Allgemeinmedizin in Schönebeck/Elbe, in den letzten Jahren häufiger. Dass Zeckenstiche zur einer ernst zu nehmenden Erkrankung führen können, wissen inzwischen immer mehr Menschen. Welche Erkrankungen das sind und was z. B. der Unterschied zwischen FSME und Borreliose ist, ist vielen unklar.
Dazu der Arzt: Der Informationsmangel über die Erkrankung Borreliose stellt ein großes Problem dar. Ich selbst war mir jahrelang nicht im Klaren darüber, was eine Zecke anrichten kann. Erst als die ersten FSME-Impfungen auf den Markt kamen und beworben wurden, beschäftigte ich mich intensiver mit dem Thema der durch Zecken übertragenen Erkrankungen. Inzwischen registriere ich in jedem Jahr mindestens acht Patienten, die eine „Wanderröte“ - Erythema migrans -ausbilden, das optisch sichtbare Zeichen für eine Borreliose. Allerdings wissen wir ja inzwischen, dass es auch zur Borreliose kommen kann, wenn diese Wanderröte nicht auftritt. Zudem ist sie oft sehr schwach ausgebildet, manchmal auch untypisch und damit schwer zu identifizieren. Die Patienten erinnern sich oftmals nicht an einen Zeckenstich, was die Diagnose von Borreliose ebenfalls erschwert.“

Der Allgemeinmediziner begrüßt es, dass es in in den neuen Bundesländern sowie in Berlin eine Meldepflicht bei einer akuten Borreliose gibt, und zwar dann, wenn sich ein Erythema migrans (EM) bildet. Leider komme, so Feldbach, nicht jeder Arzt dieser Meldepflicht nach, so dass die Dunkelziffer der Neuerkrankungen sehr hoch sein müsse. „Die Hausärzte erhalten vom Gesundheitsamt keine Informationen, sodass es oftmals einfach vergessen oder nicht geschafft wird, ein EM zu melden.“ Dabei sei es wegen des dringend notwendigen Erkenntniszuwachses auch über die Erkrankungszahlen erforderlich, dieser Meldepflicht konsequent nachzukommen.

Der Schönebecker Allgemeinmediziner, der seit einiger Zeit inzwischen intensiv mit dem Borreliose Centrum Blankenburg zusammenarbeitet und selbst Informationsveranstaltungen zu Borreliose bestreitet, wünscht sich zudem mehr
Kooperation mit den zuständigen Laboren. „Hausärzte müssen dahingehend beraten werden, welche Tests sinnvoll sind, um eine Borreliose zweifelsfrei zu bestimmen. Oft genügen dazu die herkömmlichen Tests nicht.“ Als erschwerend für Patienten und Ärzte komme hinzu, dass viele Krankenkassen der Behandlung einer chronischen Borreliose zurückhaltend gegenüberstehen und die Kosten für eine umfassende Diagnostik nicht tragen. „Leider sind hier nur vor allem die privaten Krankenkassen offen für neue Erkenntnisse.“

Patienten, die über längere Zeit unklare Beschwerden haben, würden oft, so Feldbach, von Facharzt zu Facharzt geschickt. Manchen werde letztlich sogar eine psychiatrische Behandlung angeraten. „Hinter nicht wenigen solcher Krankheitsbilder steht, so viel wissen wir heute, eine chronische Borreliose, die sich in einer Vielzahl von körperlichen Beschwerden bis hin zu länger anhaltender Arbeitsunfähigkeit äußert. Ich rate deshalb meinen Kollegen dringend, sich über Diagnostik und Therapie der zecken-übertragenen Erkrankungen zu informieren. Das ist u. a. über das Borreliose Centrum Blankenburg möglich.“

Das Borreliose Centrum Blankenburg (BCB) – www.b-c-bl.de – ist ein spezialisiertes und ganzheitlich ausgerichtetes, medizinisches Versorgungszentrum mit dem Schwerpunkt der Diagnostik und Therapie von durch Zecken übertragenen Erkrankungen. Nach dem Vorbild und den Standards des Borreliose Centrum Augsburg – www.b-c-a.de – bietet es Patienten in der Gesundheits- und Erholungsregion Harz, im gesamten nördlichen Raum Deutschlands sowie darüber hinaus eine umfassende und ganzheitliche Betreuung und steht Ärztinnen und Ärzten zur Information zur Verfügung.