Die
ARD wechselt bei der nächsten Schwimm-EM ihren Kommentator Hajo Seppelt gegen Tom Bartels (bisher
RTL und
Premiere) aus. Die
Süddeutsche Zeitung vermutet eine Abstrafung; der
RBB-Mann, der 14 Jahre lang Schwimmsport übertragen hatte, werde als größter Kritiker des eigenen Sportjournalismus umgesetzt.
Ende letzten Jahres hatte Seppelt in einer E-Mail zur Gründung des
Sportnetzwerkes geklagt, dass im ARD-Sport brisante Themen wie Sportpolitik, Stasi, Doping ausgepart blieben. Die Mail war intern, doch der Heidelberger Prof. Werner Franke, der als Anti-Doping-Experte gilt, machte sie in einem Rechtsstreit mit der ARD öffentlich.
ARD-Sportkoordinator Hagen Boßdorf schrieb nun an Seppelt, die ARD-Sportchefs, die laut
Welt mit 6:2 für Boßdorfs Personalvorschlag votierten, reagierten mit ihrer Maßnahme
"auf die interne Kritik, die du auf gerade diesem Gebiet an der ARD geäußert hast". Zudem wird angeführt, Seppelt habe als Teilzeitkraft nicht genug Zeit.
Die
FAZ greift den Fall Seppelt ebenfalls auf, und zwar gleichsam als Nachsatz eines Berichts über einen Auftritt Boßdorfs an der Universität Göttingen. Dort äußerte sich der Sportkoordinator
"nachdenklich, eloquent, selbstkritisch" dazu, der Stasi als Student in Leipzig über Kontakte zu Göttinger Studenten berichtet zu haben, was den NDR jüngst bewog, seine Berufung zum Sportchef rückgängig zu machen.
Seinen ARD-Job in München behielt Boßdorf, trug sich aber eine Abmahnung ein. An der Personalie Seppelt meinen die Beobachter auf den Medienseiten nun ablesen zu können, dass Boßdorfs Position innerhalb der ARD
"weniger geschwächt [sei], als zu vermuten war" (FAZ).