Das Nachrichtenagenturgeschäft in Deutschland wird zunehmend härter. Während die
ddp-Eigentümer neue Investitionen angekündigt haben, fährt
AP seine Deutschland-Berichterstattung zurück: Die Büros in Leipzig, Schwerin und Magdeburg sind laut
Medium Magazin geschlossen, die Geschäfte werden inzwischen von London aus geführt. Zudem verlor AP die
Frankfurter Rundschau als Kunden, die zum Konkurrenten
AFP wechselte.
ddp-Chefredakeur Joachim Widmann glaubt trotz oder wegen der schweren Zeiten, dass sich Redaktionen aus dem Agentur-Angebot künftig
"puzzlestückchenhaft" eine
dpa-Alternative bauen könnten. Zuletzt probte die Kasseler Regionalzeitung
HNA sechs Wochen lang - und angeblich erfolgreich - ein Leben ohne den deutschen Platzhirschen.
Das Zeitungskonglomerat von Dirk Ippen, zu dem auch die HNA gehört, möchte laut einem
taz-Bericht trotzdem bleiben. Angestrebt wird nun ein Gruppenvertrag mit dpa. Das dürfte billiger werden.